Gute Konjunkturdaten aus den USA – Weg für Zinswende frei

USA
(Bild: Les Cunliffe - Fotolia.com)

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Washington – Einen Tag vor der Zinsentscheidung der Notenbank Fed sind am Dienstag aus den USA unter dem Strich robuste Konjunkturdaten gekommen: Die Inflation war etwas stärker als erwartet ausgefallen und die Stimmung der Industrieunternehmen im Bundesstaats New York hatte sich überraschend stark aufgehellt. Einzig vom Häusermarkt gab es einen kleinen Dämpfer. Nach den Zahlen fiel der Eurokurs auf sein Tagestief von 1,0934 US-Dollar. Experten sehen den Weg für eine Zinswende geebnet.

Die Teuerungsrate war im November mit 0,5 Prozent etwas höher ausgefallen als erwartet. Bankvolkswirte hatten mit einem schwächeren Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte die Inflationsrate noch bei 0,2 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich blieben die Verbraucherpreise unverändert, nach einem Zuwachs um 0,2 Prozent im Oktober. Die Kernrate, die schwankungsanfällige Komponenten wie Energie ausklammert, betrug im Jahresvergleich 2,0 Prozent. Diesen Wert strebt die Fed für die Gesamtinflation an.

«Gute Vorlage»
«Für die US-Notenbank sind die heutigen Zahlen eine gute Vorlage für eine Zinserhöhung am Mittwochabend», sagt Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank. Dass die ausgerechnet am Tag vor der Zinsentscheidung veröffentlichte Kernrate bei zwei Prozent liege, sei ein «makelloses Timing», meint auch Harm Bandholz, US-Experte bei der Bank Unicredit. Der Weg für die Zinswende sei frei. «Die Fed wird morgen die Zinsen anheben und einen schrittweisen Erhöhungspfad für die kommenden drei Jahre signalisieren.»

Auch die im Dezember überraschend aufgehellte Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York unterstreicht das grüne Licht für die Fed. Sie weist zwar weiterhin auf eine Schrumpfung hin, die Stimmung hatte sich aber stärker aufgehellt als erwartet. Der Empire-State-Index war von minus 10,74 Punkten im Vormonat auf minus 4,59 Zähler gestiegen. Analysten hatten mit minus 7,00 Punkten gerechnet. Der Index misst die Geschäftstätigkeit der Industrie im Staat New York und gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den gesamten USA. «Die US-Wirtschaft scheint in der Verfassung für weitergehende Zinserhöhungen», sagte Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Leichte Enttäuschung am Häusermarkt
Einen leichten Dämpfer gab es allein vom Häusermarkt: Die Stimmung am US-Immobilienmarkt hatte sich im Dezember überraschend eingetrübt. Der NAHB-Hausmarktindex war von 62 Punkten im Vormonat auf 61 Zähler gefallen. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 63 Punkte gerechnet. Allerdings steht der Wert nicht ernsthaft einer Zinswende im Weg. Er liegt im längerfristigen Vergleich weiterhin auf hohem Niveau und signalisiert, dass die Mehrheit der Häuserbauer die Bedingungen positiv beurteilt. (awp/mc/pg)

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