Halliburton vernichtete nach «Deepwater Horizon»-Katastrophe Beweise

Ölbohrplattform Deepwater Horizon
Ölbohrplattform Deepwater Horizon, Explosion vom 20.04.2010.

Explodierte Ölbohrplattform Deepwater Horizon.

Washington – Das US-Unternehmen Halliburton Energy Services gesteht nach Angaben des US-Justizministeriums, nach der Katastrophe auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» 2010 Beweise vernichtet zu haben. Der Erdöldienstleister, der an den Bohrarbeiten auf der Plattform vor der US-Küste beteiligt war, wolle in einem bevorstehenden Verfahren auf schuldig plädieren, teilte das Ministerium mit. Zudem sei Halliburton bereit, Strafe zu zahlen.

Das Unternehmen war bei Bohrungen der britischen Ölfirma BP unter anderem an der Mischung des Zements zum Verschliessen des Bohrlochs beteiligt. Die Zementmischung spielt eine Schlüsselrolle bei der Frage, wie es zu der Explosion kommen konnte, die im April 2010 die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte auslöste.

Bei den beseitigten Beweisen handele es sich um Ergebnisse von Computersimulationen über die Zementmischung, die in internen Untersuchungen nach der Katastrophe gemacht wurden, teilte das Ministerium am Donnerstag (Ortszeit) weiter mit.

4 bis 5 Mio Barrel Öl ins Meer geflossen
Bei dem Unfall im Golf von Mexiko kamen elf Arbeiter ums Leben. Drei Monate lang gelang es nicht, das Bohrloch am Meeresgrund zu schliessen: Zwischen vier und fünf Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl flossen ins Meer. Weite Teile der US-Golfküste wurden verseucht.

Bisher 55 Mio Dollar «Schadensersatz» bezahlt
Halliburton habe sich bereiterklärt, eine Höchststrafe von 200.000 US-Dollar zu zahlen, teilte das Justizministerium weiter mit. Es wolle zudem weiterhin mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Halliburton habe bereits freiwillig 55 Millionen Dollar (rund 41,5 Mio Euro) an die National Fish and Wildlife Foundation in den USA gezahlt.

Der Erdöldienstleister bestätigte, dass es eine Einigung mit dem Ministerium gebe. Im Gegenzug habe die Behörde erklärt, auf weitere Strafverfolgung zu verzichten. Halliburton bezeichnete das eigene Vergehen als «Fehlverhalten».

Langer juristischer Streit
Der juristische Streit um die Verantwortung hatte bereits kurz nach der Katastrophe begonnen: BP warf Halliburton vor, dass die verwendete Zementmischung mangelhaft und fehlerhaft gewesen sei. Halliburton habe belastende Testergebnisse verschwinden lassen. Hauptverantwortlich für die Katastrophe ist allerdings BP. Das Unternehmen bezifferte die eigenen Folgekosten – Strafen und Entschädigungen – auf rund 40 Milliarden Dollar. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.