US-Mobilfunker Sprint steckt tiefer in den roten Zahlen als befürchtet

Marcelo Claure

Sprint-Konzernchef Marcelo Claure.

Overland Park – Die Anstrengungen zur Kundengewinnung haben den US-Mobilfunker Sprint im zweiten Geschäftsquartal tiefer in die roten Zahlen gerissen als befürchtet. Unter dem Strich wies der Konkurrent der Telekom-Tochter T-Mobile US für die Monate Juli bis September einen Fehlbetrag von 585 Millionen US-Dollar aus. Je Aktie entspreche dies einem Verlust von 15 Cent, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit fällt das Minus mehr als doppelt so hoch wie von Analysten erwartet aus. Die Sprint-Aktie geriet vorbörslich unter Druck.

Sprint steckt in der Krise und schreibt seit Jahren Verluste. 2014 hatte der Konzern sogar einen Fehlbetrag fürs Vergleichsquartal von 765 Millionen Dollar ausgewiesen. Die Kassen sind klamm. Um die Kurve zu kriegen, hatte Sprint Anfang Oktober eine neue Sparrunde angekündigt. Bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar sollen eingespart werden, hiess zu dem Zeitpunkt. Auch an der teuren Auktion für Mobilfunkfrequenzen im kommenden Jahr will Sprint nicht teilnehmen. Geld braucht der Konzern für den Netzausbau und für Kunden-Angebote.

Wendepunkt
Konzernchef Marcelo Claure machte dennoch einen Wendepunkt aus. Im zurückliegenden Quartal habe Sprint wieder mehr Vertragskunden gewonnen, sagte er. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei zugleich um 45 Prozent auf 2 Milliarden Dollar gewachsen. Für das Gesamtjahr ist der Konzern dennoch pessimistischer als zuletzt für diese Kenngrösse. Sie soll zwar weiterhin in einer Bandbreite von 7,2 bis 7,6 Milliarden Dollar herauskommen, aber nun am unteren Ende. (awp/mc/ps)

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