US-Wirtschaft startet schwächer ins Jahr

US-Wirtschaft startet schwächer ins Jahr
(Bild: Les Cunliffe - Fotolia.com)

Washington – Die US-Wirtschaft ist etwas schwächer in das Jahr gestartet als bisher bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im ersten Quartal um auf das Jahr hochgerechnete 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in einer dritten Schätzung mit. Bislang war das Ministerium von einem Wachstum um 2,2 Prozent ausgegangen. Im Schlussquartal 2017 war die grösste Volkswirtschaft der Welt noch um 2,9 Prozent gewachsen.

Zurückzuführen ist das schwächere Wachstum zum einen auf die Konsumausgaben, die etwas schwächer wuchsen als bisher gedacht. Gleiches gilt für die Lagerhaltung, also die Produktion auf Halde seitens der Unternehmen. Auch das von US-Präsident Donald Trump angeprangerte Handelsdefizit fiel höher aus als bisher bekannt und belastete das gesamtwirtschaftliche Wachstum.

Ein schwacher Start in das Jahr ist in den USA keine Besonderheit, sondern eher die Regel. Analysten führen mehrere Gründe für diese Besonderheit an, darunter Wettereffekte oder statistische Berechnungsprobleme. Für das zweite Quartal erwarten die meisten Fachleute ein wieder stärkeres Wachstum. Der Frühindikator der regionalen Notenbank von Atlanta prognostiziert derzeit eine Wachstumsrate von annualisiert 4,5 Prozent.

Wachstumszahlen aus den USA werden auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet. Wachstumszahlen aus den USA sind deshalb optisch höher und nicht unmittelbar mit europäischen Zahlen vergleichbar. Nach europäischer Methode ergäbe sich für die USA ein Quartalswachstum von etwa 0,5 Prozent. (awp/mc/pg)

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