US-Wirtschaftswachstum verliert an Tempo

US-Flagge

Washington – Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich Ende 2016 abgeschwächt. Im vierten Quartal legte die Wirtschaftsleistung (BIP) um eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 1,9 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Dienstag in einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde der Ergebnis einer ersten Erhebung bestätigt. Volkswirte hatten mit einer leichten Aufwärtsrevision auf 2,1 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal war die Wirtschaft noch um annualisiert 3,5 Prozent gewachsen.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf eine Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

Gestützt wurde das Wachstum vor allem durch den privaten Konsum. Dieser legte im vierten Quartal annualisiert um 3,0 Prozent zu. Erwartet wurden 2,6 Prozent. Der private Konsum ist für rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Die Investitionen stiegen jedoch weniger stark als zunächst ermittelt. «Insgesamt ist das Bild aber solide, mit dem nach oben revidierten privaten Konsum als tragende Säule der US-Wirtschaftsentwicklung», kommentierte Viola Julien, Devisenexpertin bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Verbraucherstimmung auf dem höchsten Stand seit Juli 2001
Die Verbraucherstimmung in den USA hat sich im Februar überraschend deutlich aufgehellt. Der vom Conference Board erhobene Indikator sei um 3,2 Punkte auf 114,8 Punkte gestiegen, teilte das private Marktforschungsinstitut am Dienstag in Washington mit. Dies ist der höchste Stand seit Juli 2001. Volkswirte hatten mit lediglich 111,0 Punkten gerechnet.

Der Indikator des Conference Board gilt als wichtiges Stimmungsbarometer. Monatlich befragt das private Institut etwa 3000 US-Haushalte. Das Verbrauchervertrauen ist ein Indikator für die Entwicklung des privaten Konsums, der massgeblich für die gesamte konjunkturelle Entwicklung in den USA ist.

Chicago-Einkaufsmanagerindex auf höchstem Stand seit zwei Jahren
Derweil hat sich das Geschäftsklima in der Region Chicago im Februar überraschend stark aufgehellt. Der entsprechende Index sei von 50,3 Punkten im Vormonat auf 57,4 Punkte gestiegen, teilte die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Dienstag in Chicago mit. Das ist der höchste Wert seit Januar 2015. Volkswirte hatten lediglich mit einer Aufhellung auf 53,5 Punkte gerechnet. Werte über 50 Punkten signalisieren ein Wachstum der wirtschaftlichen Aktivität. Werte darunter signalisieren eine Schrumpfung. Allerdings war der Indikator zuletzt sehr schwankungsanfällig. (awp/mc/pg)

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