USA: Aufträge für langlebige Güter fallen überraschend

Konjunktur USA

Washington – Die Aufträge für langlebige Güter sind in den USA im September überraschend gefallen. Im Vergleich zum Vormonat seien die Bestellungen um 1,3 Prozent gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Vor allem die Nachfrage nach Maschinen und Computer ging zurück. Im Vormonat waren die Bestellungen wegen Sondereffekte um revidierte 18,3 Prozent gesunken.

Ohne die stark schwankenden Aufträge für Transportgüter fielen die Auftragseingänge weniger stark. Sie gaben um 0,2 Prozent zum Vormonat nach. Volkswirte hatten auch hier einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Im August waren die Aufträge in dieser Abgrenzung noch um 0,7 Prozent zum Vormonat gestiegen. Zudem sind auch die Auftragseingänge für Investitionsgüter im September überraschend gefallen.

„Die Auftragslage enttäuscht etwas im September, insgesamt ist die Entwicklung im dritten Quartal aber noch als robust einzustufen“, kommentierte die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Zahlen. Es zeichne sich ein Plus bei den Ausrüstungsinvestitionen ab. „Insofern gibt es keinen Anlass, das grundsätzlich positive Wachstumsszenario in Frage zu stellen.“ Die US-Notenbank könne daher am Mittwoch, wie angekündigt, das Anleihekaufprogramm beenden, so die Helaba-Experten.

Verbrauchervertrauen auf höchstem Stand seit sieben Jahren
Die Stimmung der Verbraucher hat sich im Oktober überraschend deutlich aufgehellt. Der Index für das Verbrauchervertrauen sei auf 94,5 Punkte gestiegen, nach revidiert 89,0 Punkten im Vormonat, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mit. Dies ist der höchste Stand seit dem Oktober 2007. Volkswirte hatten lediglich mit 87,0 Punkten gerechnet. Ursprünglich hatte das Forschungsinstitut für September einen Wert von 86,0 Punkten gemeldet.

Immobilienpreise geben weiter leicht nach
Auf dem US-Immobilienmarkt gehen die Hauspreise weiter leicht zurück: Im August sei der S&P/Case-Shiller-Index um 0,15 Prozent zum Vormonat gesunken, wie die Ratingagentur Standard & Poor’s, die den Index berechnet, am Dienstag mitteilte. Dies ist der vierte Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem Preisanstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich bremste sich der Preisanstieg im August weiter ab und lag nur noch bei 5,57 Prozent nach revidiert 6,74 Prozent (zuvor 6,75 Prozent) im Vormonat.

Der Immobilienmarkt der USA war 2008 Ausgangspunkt der schwersten Finanzkrise der Nachkriegszeit. In den vergangenen Jahren hat er sich jedoch spürbar erholt. Die Hauspreise spielen eine grosse Rolle für die Stimmung und Ausgabenfreude der Verbraucher in den USA. (awp/mc/pg)

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