Schwacher US-Arbeitsmarkt heizt Zinsspekulationen an

Arbeitsmarkt
(Photo by Charles Koh on Unsplash)

Washington – Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im Mai schwach entwickelt und damit Ängste vor einer konjunkturellen Verlangsamung befeuert. Spekulationen auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed dürften damit zunehmen. Der US-Dollar reagierte auf die schwachen Zahlen mit Kursverlusten, amerikanische Staatsanleihen erhielten als sichere Anlageklasse Zulauf. Ihre Renditen sanken deutlich.

Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums vom Freitag sind im Mai lediglich 75 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Das ist deutlich weniger als Analysten im Mittel mit 175 000 Stellen erwartet hatten. Auch wurde der Durchschnitt des Arbeitsplatzaufbaus in den vergangenen drei Monaten deutlich unterschritten. Hinzu kommt, dass der Stellenaufbau für die Monate April und März um insgesamt 75 000 Stellen nach unten korrigiert wurde.

Löhne steigen – aber nur langsam
Schwächesignale sendete auch die Lohnentwicklung. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Löhne und Gehälter um 0,2 Prozent, im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Das lag jeweils unterhalb der Markterwartungen. Im längeren Vergleich steigen die Löhne bestenfalls moderat. Angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit kann der Lohnanstieg sogar als schwach gelten.

Arbeitslosenquote auf Rekordtief
Die Arbeitslosenquote blieb unterdessen auf niedrigem Niveau. Die Quote betrug unverändert 3,6 Prozent. Niedriger hatte sie letztmalig vor etwa 50 Jahren gelegen. Die Arbeitslosenquote U6, die auch unfreiwillige Teilzeitkräfte erfasst, ging von 7,3 auf 7,1 Prozent zurück.

Die schwachen Regierungsdaten folgen auf ähnlich schwache Zahlen des Dienstleisters ADP, der am Mittwoch ebenfalls einen enttäuschenden Arbeitsplatzaufbau gemeldet hatte. Die ADP-Zahlen beziehen sich zwar nur auf die Privatwirtschaft und gelten als eher schlechter Indikator für die Regierungszahlen. Dieses Mal aber haben sie kein Fehlsignal gesendet.

Die aktuellen Erhebungen dürften Spekulationen auf Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank zusätzlich anheizen. Vor allem wegen hoher wirtschaftlicher Risiken infolge des Handelsstreits zwischen den USA und China werden an den Finanzmärkten mittlerweile mehrere Zinssenkungen noch in diesem Jahr erwartet. US-Notenbankchef Jerome Powell hat in dieser Woche Zinssenkungen zumindest nicht ausgeschlossen. (awp/mc/pg)

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