US-Arbeitsmarkt zeigt sich in robuster Verfassung

Arbeitsmarkt
(Foto: Pixabay)

Washington – Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in robuster Verfassung. Im Mai setzte sich der solide Stellenaufbau fort, während die Arbeitslosigkeit auf sehr niedrigem Niveau stagnierte. Der Lohnauftrieb schwächte sich etwas ab, bleibt aber hoch. In einer ersten Reaktion legten an den Finanzmärkten der US-Dollar und die Kapitalmarktrenditen zu. «Der US-Arbeitsmarkt ist in Höchstform», kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Die US-Wirtschaft hat im Mai ausserhalb der Landwirtschaft 390 000 Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 318 000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde um 22 000 Stellen nach unten revidiert, bleibt aber solide. In der Corona-Krise war der Arbeitsmarkt zeitweise dramatisch eingebrochen. Mittlerweile hat er sich deutlich erholt.

Arbeitslosenquote unverändert bei 3,6%
Das zeigt auch die Arbeitslosigkeit, die auf niedrigem Niveau stagnierte. Die Arbeitslosenquote lag auf dem Vormonatswert von 3,6 Prozent. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 3,5 Prozent gerechnet, wo die Quote vor Ausbruch der Corona-Pandemie gelegen hatte. Nach Angaben des Ministeriums sind aktuell etwa 6 Millionen Menschen ohne Job. Vor der Pandemie im Februar 2020 waren es 5,7 Millionen gewesen.

Höhere Stundenlöhne
Die Stundenlöhne stiegen laut Ministerium auf Jahressicht um 5,2 Prozent, nach 5,5 Prozent im April. Auf Monatssicht blieb das Lohnwachstum mit 0,3 Prozent konstant. Die deutlich steigenden Löhne sind neben der bereits hohen Inflation ein Grund für die geldpolitische Wende der US-Notenbank Fed. Denn von stark steigenden Löhnen gehen zusätzliche Inflationsrisiken aus.

Die Federal Reserve hat bereits die Zinswende eingeleitet und mit dem Abbau ihres erheblichen Wertpapierbestandes begonnen. Im Jahresverlauf werden weitere und deutliche Zinsanhebungen erwartet, sodass der Leitzins bis Jahresende in der Nähe des als neutral geltenden Niveaus von etwa 2,5 Prozent liegen dürfte. Danach sollte die Fed vorsichtiger vorgehen, um keine schwere Rezession auszulösen, erwarten viele Fachleute. (awp/mc/pg)

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