USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen stärker als erwartet

Konjunktur USA

Washington – In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker gesunken als erwartet. Die Zahl sei um 12’000 auf 267’000 gefallen, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit 277’000 Anträgen gerechnet. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt fielen die Erstanträge um 2000 auf 276’750.

US-Frühindikatoren steigen stärker als erwartet
Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren ist im Mai stärker gestiegen als erwartet. Zum Vormonat erhöhte sich der Index um 0,7 Prozent, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Im April war der Indikator ebenfalls um 0,7 Prozent geklettert. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen und die Baugenehmigungen.

Inflationsrate steigt schwächer als erwartet
Die Inflationsrate ist im Mai schwächer als erwartet gestiegen. Die Jahresrate stieg von minus 0,2 Prozent im April auf null Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 0,1 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent, wohingegen plus 0,5 Prozent erwartet wurden. Die weniger schwankungsanfällige Kernrate lag im Jahresvergleich bei 1,7 Prozent. Erwartet wurden 1,8 Prozent, auf diesem Niveau hatte sie auch im Vormonat gelegen. Die schwache Inflation gilt als ein wichtiger Grund, warum die Notenbank Fed mit Zinsanhebungen zögert.

Am Mittwochabend hatte die Federal Reserve bekräftigt, mit Zinsanhebungen erst dann zu beginnen, wenn sich die Inflation wieder ihrem längerfristigen Ziel von zwei Prozent annähert. Die Fed betrachtet allerdings ein anderes Inflationsmass, den Konsumentenpreisindex PCE. Diese liegt zurzeit deutlich tiefer als der am Donnerstag veröffentlichte CPI-Index.

Philly-Fed-Index gestiegen
Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich im Juni stärker aufgehellt als erwartet. Der Index der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg im Vergleich zum Vormonat um 8,5 Punkte auf 15,2 Zähler gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 8,0 Punkte gerechnet. Der Philly-Fed-Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia. Ein Wert über null Punkten deutet auf eine Expansion der Wirtschaftsaktivität hin, ein Wert unter null signalisiert einen Rückgang.

Leistungsbilanzdefizit nur leicht ausgeweitet
Das chronische Defizit in der US-Leistungsbilanz hat sich im ersten Quartal nur leicht ausgeweitet. Der Saldo sei in den ersten drei Monaten des Jahres von revidiert minus 103,1 Milliarden US-Dollar auf minus 113,3 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das US-Handelsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg des Defizits auf 117,3 Milliarden Dollar gerechnet. Für das vierte Quartal war in einer ersten Schätzung noch ein Minus von 113,5 Milliarden Dollar ermittelt worden. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.