Klarer Sieg für «weltoffenen» Van der Bellen

Alexander Van der Bellen
Alexander Van der Bellen, neuer Präsident Österreichs.

Wien – Alexander Van der Bellen hat nach seiner Wahl zum neuen Staatsoberhaupt Österreichs seinen künftigen Kurs beschrieben. «Ich werde ein weltoffener, proeuropäischer Präsident der Republik Österreich sein», kündigte der 72-jährige ehemalige Grünen-Chef bei seiner ersten kurzen Rede vor der Presse am Sonntagabend in Wien an. Er gewann die Wahl gemäss dem vorläufigen Endergebnis mit 51,7 Prozent der Stimmen gegen den FPÖ-Bewerber Norbert Hofer. Van der Bellen ist der erste Präsident Österreichs aus den Reihen der Opposition.

Betrug der Abstand zwischen beiden Kandidaten bei der ersten Stichwahl vor gut sechs Monaten nur rund 30’000 Stimmen, waren es jetzt rund 300’000 Stimmen. Die Wahl vom 22. Mai war später gerichtlich annulliert worden. Die damals schon hohe Wahlbeteiligung von 72,7 Prozent legte noch einmal auf rund 74 Prozent zu.

Unterstützung der Frauen und der Optimisten
Nach einer Analyse des Sozialforschungsinstituts Sora verdankte Van der Bellen seinen Sieg nicht zuletzt der Unterstützung vieler Frauen. 62 Prozent der Wählerinnen stimmten für ihn. Unter den Männern hatte Hofer die Nase vorn. Generell ist es Van der Bellen besser gelungen, seine Anhänger zu mobilisieren.

Infografik: Die Frauen haben entschieden | Statista
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Gerade diejenigen, die die Zukunft optimistisch einschätzen, stimmten für Van der Bellen. Von ihnen gingen viele zur Wahl – im Gegensatz zu den Pessimisten, die eher zu Hofer neigten – aber eben auch eher zu Hause blieben. Beim Kampf um die Wähler der konservativen ÖVP bewies Van der Bellen laut Sora-Analyse ebenfalls mehr Geschick. 55 Prozent der ÖVP-Anhänger stimmten für den ehemaligen Grünen-Chef. Allerdings: Durch den langen Wahlkampf und durch manche wenig staatsmännische Auftritte litten laut Analyse die Glaubwürdigkeit und die Sympathiewerte beider Kandidaten deutlich.

Der bisherige Bundespräsident Heinz Fischer war am 8. Juli 2016 nach zwölf Amtsjahren ausgeschieden. Seitdem übernahm das dreiköpfige Nationalratspräsidium die Amtsgeschäfte. Van der Bellen soll am 26. Januar vereidigt werden. Die FPÖ hat bereits angekündigt, die Wahl diesmal nicht anzufechten. (awp/mc/pg)

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