Viele Tote nach russischem Angriff auf Bus in der Ostukraine
Kramatorsk – Russland hat bei einem schweren Angriff auf Kramatorsk im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens ein Dutzend Menschen in einem Bus getötet. Es gebe 12 Tote und 14 Verletzte, teilten die ukrainischen Behörden mit. Militärgouverneur Wadym Filaschkin veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal Fotos von dem ausgebrannten Bus. «Das sind Menschen, die von der russischen Armee getötet wurden», sagte er. «Dafür gibt es keine Rechtfertigung und kann es auch keine geben.»
Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
Ukraine trifft russisches Datenzentrum
Die Ukraine hat derweil bei einem Gegenangriff im Abwehrkampf gegen Moskaus Invasion ein Rechenzentrum des grössten russischen Internetkonzerns Yandex getroffen. Das Unternehmen selbst teilte am Morgen laut russischen Medien lediglich mit, dass es einen «Vorfall» in einem Datenzentrum in Sassowo im Gebiet Rjasan gegeben habe. Teile der Infrastruktur seien betroffen. Die Arbeit dort sei eingestellt worden. Die Schäden würden beseitigt. Es gebe keine Verletzten, gab das mitunter auch als russisches Google bezeichnete Technologieunternehmen bekannt. Die Lage sei unter Kontrolle.
Die wichtigsten Yandex-Dienste funktionierten, teils könne es aber Probleme geben, hiess es. Von einem ukrainischen Angriff war nicht die Rede in der Unternehmensmitteilung, nachdem es in der Region Drohnenalarm gegeben hatte. Medien in Kiew meldeten, dass bei dem Angriff Raketen oder Drohnen eingesetzt worden seien. Zuvor hatten Augenzeugen in sozialen Netzwerken von einem Brand in dem Datenzentrum berichtet.
Ukrainische Medien sprachen von einer für das russische Militär wichtigen Anlage auf dem Gelände eines Maschinenbauunternehmens. Auch Moskau hatte in der Ukraine immer wieder Datenzentren angegriffen. (awp/mc/pg)