WEF 2026: Trump zieht in Davos alle Blicke auf sich

WEF 2026: Trump zieht in Davos alle Blicke auf sich
(Screenshot)

Davos – Der Besuch von US-Präsident Donald Trump am WEF prägte am Mittwoch auch das Strassenbild in Davos. Kurdische Gruppen und iranische Oppositionsanhänger nutzten die Gelegenheit, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Ankunft des Trump-Konvois beim Kongresszentrum vom Strassenrand aus. Die Fahrzeugkolonne bestand aus aus 34 Fahrzeugen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete. Viele dieser Fahrzeuge waren von der Polizei. Einige Autos trugen US-amerikanische Nummernschilder. Neben Schaulustigen standen am Strassenrand auch viele Polizisten.

Vor dem sogenannten USA House – das in einer Kirche eingerichtet ist – demonstrierten rund hundert Menschen mit kurdischen Fahnen. Sie riefen Parolen wie «Free, free Rojava» und «Terrorist Erdogan».

Am anderen Ende der Promenade demonstrierten schätzungsweise weitere hundert Menschen gegen das iranische Regime. «Mister Trump, act now!» und «Das Terrorregime weg! Weg! Weg! Weg!», forderten sie. Viele schwenkten Schah-Flaggen, vereinzelt waren zudem USA- und Israel-Flaggen zu sehen.

Trump polarisiert auch in Davos
Nur vereinzelt wurden dagegen Transparente mit Botschaften gegen den US-Präsidenten zu sehen. Auch einige Unterstützer Trumps markierten, die charakteristischen roten Maga-Baseballmützen mit dem Slogan «Make America great again» auf dem Kopf, im Bündner Bergdorf Präsenz.

Der US-Präsident traf rund zwei Stunden später als ursprünglich erwartet in der Schweiz ein. Um um 12:36 Uhr setzte die Air Force One auf der Landebahn des Flughafens Zürich auf.

Auf seiner Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos war Trump von technischen Problemen ausgebremst worden. Die Regierungsmaschine mit dem Republikaner und seinem Begleittross machte kurz nach dem Start am späten Dienstagabend (Ortszeit) kehrt und flog zurück zum Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington. Dort stiegen sie in die kleinere Air Force One – eine Boeing 757 – um.

Die Besatzung habe ein «kleines elektrisches Problem» festgestellt, deshalb habe man den Flug vorsichtshalber abgebrochen und auf ein andres Flugzeug gewechselt, teilte Trumps Sprecherin mit.

Mit sechs Helikoptern angereist
Von Zürich aus ging es für Trump fast umgehend weiter nach Davos. Um 13.20 Uhr hoben sechs Helikopter in Richtung Bündnerland ab. Um 14.00 Uhr schliesslich landete der US-Präsident in Davos. Im Schnee stehen musste Trump nicht: Davos rollte ihm den roten Teppich aus.

Am Weltwirtschaftsforum zog der US-Präsident wie erwartet alle Blicke auf sich. Bereits bei seiner Landung in Davos drängten sich seit fast einer Stunde die Menschen vor der Kongresshalle.

Alle anderen, darunter auch Journalistinnen und Journalisten (typischerweise mit einem orangen Badge), mussten auf andere Räume ausweichen, in die die Rede des Präsidenten gestreamt wurde.

Doch auch beinahe alle Bildschirme im Davoser Kongresszentrum zeigten die Rede von Trump. Zahlreiche Menschen drängten sich in den Hallen und Gängen vor den Streams und lauschten dem US-Präsidenten, der das wirtschaftliche Wachstum der USA aufzeigte. Trotz tausenden Anwesenden war es überraschend ruhig in den Räumlichkeiten.

Einige schliefen ein
Nicht bei allen ursprünglich Interessierten hielt allerdings das Interesse an Trumps Aussagen lange an. Denn während der US-Präsident seine Rede hielt, schliefen vor der Halle einige Menschen vor dem Livestream ein, wie eine Reporterin von Keystone-SDA beobachtete. Eineinhalb Stunden dauerte die Ansprache Trumps- länger als jede andere am diesjährigen WEF.

Der Stream der Rede lief auf beinahe allen Bildschirmen im Davoser Kongresszentrum. Zahlreiche Menschen, die keinen der über tausend Plätze in der Halle erhalten hatten, versammelten sich vor ihnen und lauschten dem US-Präsidenten.

Nach Trumps Rede jedoch herrschte wieder reges Treiben. Als sich der US-Präsident kurz den Fragen zahlreicher Journalistinnen und Journalisten stellte, kletterten viele sogar über die Polster, um ein Bild von ihm zu erhaschen. (awp/mc/pg)

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