Yellen warnt vor «sich selbst verstärkendem Abschwung»

Yellen warnt vor «sich selbst verstärkendem Abschwung»
Die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen.

Washington – Die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen hat angesichts der von der Corona-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise rasches Handeln angemahnt. Amerika stehe historischen Krisen gegenüber. «Untätigkeit wird zu einem sich selbstverstärkenden Abschwung führen, der noch mehr Verwüstung anrichtet», sagte Yellen in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware im Beisein des gewählten US-Präsidenten Joe Biden, der sein Wirtschafts- und Finanzteam vorstellte.

Yellen beklagte, dass die Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen die Schwächsten der Gesellschaft unverhältnismässig hart getroffen hätten. «Verlorene Leben. Verlorene Jobs. Kleine Unternehmen, die ums Überleben kämpfen oder für immer geschlossen wurden. So viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Essen auf den Tisch zu bringen und Rechnungen und Miete zu bezahlen. Es ist eine amerikanische Tragödie.»

Der gewählte US-Präsident Biden hat Yellen als Finanzministerin nominiert. «Ich habe in meiner ganzen Karriere versucht, sicherzustellen, dass Menschen arbeiten und die Würde und den Selbstwert erreichen können, die damit verbunden sind», sagte Yellen. Die ehemalige Chefin der US-Notenbank Federal Reserve wäre die erste Frau an der Spitze des wichtigen Ministeriums, wenn der US-Senat sie bestätigt.

Aufruf zu weiteren Coronahilfen
Angesichts der anhaltenden Corona-Krise rief Biden den Kongress aufgerufen, sich auf ein weiteres Hilfspaket zu einigen. Es müsse robust sein und den dringenden Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen. Biden machte deutlich, dass ein Hilfspaket während der «lame duck session» – also zwischen der Wahl Anfang November und dem Beginn der neuen Legislaturperiode im Januar – im besten Fall wohl nur der Anfang wäre. Sein Übergangsteam arbeite bereits an Vorschlägen für den neuen Kongress, um die zahlreichen Krisen zu bewältigen, mit denen das Land konfrontiert sei.

«Hilfe ist auf dem Weg»
Millionen Amerikaner, die ihre Jobs verloren hätten, bräuchten «sofortige Hilfe», sagte Biden. Dazu gehöre auch eine bezahlbare Gesundheitsversicherung, die Millionen Menschen zeitgleich mit ihrem Job verloren hätten. Sein Team werde die Wirtschaft wieder in Gang bringen und jeder Amerikaner von der erhofften Erholung profitieren, sagte Biden. «Unsere Botschaft an alle, die gerade in Schwierigkeiten sind, ist die: Hilfe ist auf dem Weg.»

Yellen, die bis 2018 Chefin der US-Notenbank Federal Reserve war und als erste Frau das Finanzministerium führen soll, beklagte, dass die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen die Schwächsten der Gesellschaft unverhältnismässig hart getroffen hätten. «Verlorene Leben. Verlorene Jobs. Kleine Unternehmen, die ums Überleben kämpfen oder für immer geschlossen wurden. So viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Essen auf den Tisch zu bringen und Rechnungen und Miete zu bezahlen. Es ist eine amerikanische Tragödie.»

Das Coronavirus breitet sich in den USA weiterhin unkontrolliert aus, was auch die Erholung der Wirtschaft erschwert. Seit Beginn der Pandemie wurden rund 13,6 Millionen Infektionen nachgewiesen. Fast 270 000 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2. (awp/mc/pg)

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