Sandro Meichtry, CEO Bank Thalwil, im Interview
von Patrick Gunti
Sparen und Investieren soll so selbstverständlich werden wie das Bezahlen mit Karte oder Smartphone. Mit der Kaspar& Bank Thalwil-App setzt die Bank Thalwil auf automatisierten Vermögensaufbau und einen möglichst einfachen Einstieg ins Anlegen – bereits ab dem ersten Franken. Im Interview spricht CEO Sandro Meichtry darüber, wie digitale Lösungen das Sparverhalten verändern, weshalb auch kleine Beträge langfristig Wirkung entfalten und wie sich eine regionale Genossenschaftsbank im Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation, persönlicher Beratung und lokaler Verankerung positioniert.
Moneycab.com: Herr Meichtry, die Bank Thalwil hat ihr digitales Angebot mit der Spar- und Anlage-App Kaspar& Bank Thalwil App erweitert. Was war die Idee hinter diesem Schritt und welche Zielgruppe möchten Sie damit besonders ansprechen?
Sandro Meichtry: Mit der Kaspar& Bank Thalwil-App möchten wir den Vermögensaufbau für alle zugänglich machen. Viele Menschen möchten zwar sparen und investieren, glauben aber, dass dafür ein grosses Startkapital nötig ist oder der Einstieg zu komplex sei. Genau hier setzen wir an: Mit Kaspar& Bank Thalwil können unsere Kundinnen und Kunden bereits ab dem ersten Franken professionell investieren und gleichzeitig einfach sparen.
Wir sprechen insbesondere Menschen an, die digitale Lösungen schätzen, ihren Vermögensaufbau unkompliziert angehen möchten und bisher noch wenig Berührungspunkte mit dem Investieren hatten. Gleichzeitig eignet sich die App auch für erfahrene Sparerinnen und Sparer, die eine einfache und flexible Ergänzung zu ihren bestehenden Finanzlösungen suchen.
Mit der App soll Sparen zur Gewohnheit und Investieren so einfach wie eine Kartenzahlung werden. Wie erreichen Sie dieses Ziel?
Der zentrale Gedanke ist, den Vermögensaufbau möglichst nahtlos in den Alltag zu integrieren. Mit der Kaspar& Bank Thalwil-App können Zahlungen mit der Debit Mastercard oder via TWINT automatisch aufgerundet werden. Dieses digitale Wechselgeld wird gesammelt und regelmässig investiert. So entstehen aus alltäglichen Ausgaben ganz nebenbei regelmässige Investitionen. Gleichzeitig profitieren die Nutzerinnen und Nutzer von professionell verwalteten Anlagestrategien, ohne sich laufend um Anlageentscheide kümmern zu müssen. Die Anmeldung für Kaspar& Bank Thalwil dauert nur wenige Minuten, vollständig digital. Auch Nichtkunden können mittels Self-Onboarding online eine Bankbeziehung eröffnen und Kaspar& Bank Thalwil Kunde werden.
Welche ersten Erfahrungen haben Sie seit der Einführung gemacht?
Besonders positiv aufgenommen werden die einfache Bedienung und der niederschwellige Einstieg. Viele Kundinnen und Kunden schätzen die Möglichkeit, bereits mit kleinen Beträgen anzulegen und den Vermögensaufbau direkt im Alltag zu integrieren. Wir stellen fest, dass die Verbindung von automatischem Sparen und professioneller Anlagelösung vielen Menschen den Einstieg erleichtert. Das bestätigt uns in unserem Ziel, Finanzthemen verständlicher und zugänglicher zu machen.
«Wir stellen fest, dass die Verbindung von automatischem Sparen und professioneller Anlagelösung vielen Menschen den Einstieg erleichtert.»
Sandro Meichtry, CEO Bank Thalwil
Weshalb trifft das Konzept des «automatischen Sparens» den Nerv der Zeit?
Die Menschen wünschen sich heute einfache und effiziente Lösungen. Gleichzeitig wissen viele, dass langfristiger Vermögensaufbau wichtig ist, finden aber im Alltag oft nicht die Zeit, sich regelmässig darum zu kümmern. Automatisches Sparen verbindet beide Bedürfnisse: Es hilft dabei, finanzielle Ziele konsequent zu verfolgen, ohne ständig aktiv daran denken zu müssen. Das macht Sparen einfacher und nachhaltiger.
Viele Menschen nehmen sich vor zu sparen, setzen es aber nie konsequent um. Ist Automatisierung letztlich vor allem ein psychologisches Hilfsmittel?
Ja, durchaus. Die grösste Herausforderung beim Sparen ist häufig nicht das Können, sondern die Konsequenz. Automatisierung hilft dabei, gute Vorsätze in konkrete Handlungen umzusetzen.
Wenn Sparen automatisch erfolgt, entfällt die monatliche Entscheidung, ob man einen Betrag zur Seite legen möchte oder nicht. Dadurch entsteht mit der Zeit eine Gewohnheit, die langfristig den Unterschied machen kann.
«Die grösste Herausforderung beim Sparen ist häufig nicht das Können, sondern die Konsequenz. Automatisierung hilft dabei, gute Vorsätze in konkrete Handlungen umzusetzen.»
Viele glauben, Vermögensaufbau lohne sich erst ab mehreren Tausend Franken. Weshalb ist diese Annahme irreführend?
Weil Vermögensaufbau vor allem von Regelmässigkeit und Zeit abhängt, nicht von einer hohen Einstiegsinvestition. Mit Kaspar& Bank Thalwil können Kundinnen und Kunden bereits ab dem ersten Franken investieren und dabei von professionellen Anlagestrategien profitieren. Der wichtigste Schritt ist deshalb nicht die Höhe des Anfangsbetrags, sondern überhaupt anzufangen.
Warum können bereits kleine, regelmässige Einzahlungen langfristig einen grossen Unterschied machen?
Weil sich über die Zeit selbst kleine Beträge zu einer beachtlichen Summe entwickeln können. Wer regelmässig investiert, profitiert zudem davon, dass das Kapital langfristig für ihn arbeitet.
Viele unterschätzen, welchen Unterschied Kontinuität über mehrere Jahre oder Jahrzehnte ausmachen kann. Genau deshalb setzen wir mit Kaspar& Bank Thalwil auf regelmässiges und automatisiertes Investieren.
Verändern Apps und Automatisierung Ihrer Meinung nach unser Finanzverhalten nachhaltig?
Ich denke ja. Gut gemachte Finanz-Apps machen den Umgang mit Geld transparenter und verständlicher. Sie helfen dabei, Sparen und Investieren als Teil des Alltags wahrzunehmen und fördern dadurch langfristig ein bewussteres Finanzverhalten. Entscheidend ist dabei, dass die Technologie nicht Selbstzweck ist, sondern den Menschen unterstützt, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.
Welche Rolle wird künstliche Intelligenz künftig beim Sparen und Investieren spielen?
Künstliche Intelligenz wird Finanzdienstleistungen noch stärker personalisieren. Sie kann beispielsweise dabei helfen, individuelle Sparziele zu analysieren, Informationen verständlich aufzubereiten und Kundinnen und Kunden noch gezielter zu begleiten. Wichtig ist für uns dabei, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit jederzeit gewährleistet bleiben. KI soll unterstützen und vereinfachen, nicht die Verantwortung des Kunden ersetzen.
«Künstliche Intelligenz wird Finanzdienstleistungen noch stärker personalisieren.»
Kundinnen und Kunden erwarten heute leistungsfähige Apps und digitale Services auf dem Niveau von Grossbanken oder Fintechs. Wie kann eine regionale Genossenschaftsbank wie die Bank Thalwil diesen Erwartungen gerecht werden?
Indem wir moderne digitale Lösungen mit persönlicher Nähe verbinden. Mit der Kaspar& Bank Thalwil-App bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine innovative und zeitgemässe Möglichkeit, Vermögen aufzubauen und zu investieren. Gleichzeitig bleiben wir als regionale Genossenschaftsbank persönlich erreichbar und nah bei unseren Kundinnen und Kunden.
Diese Kombination aus digitaler Kompetenz und lokaler Verankerung macht für uns den Unterschied.
Wenn Sie auf die nächsten fünf bis zehn Jahre blicken: Wird der Erfolg einer Regionalbank stärker von der Qualität ihrer digitalen Angebote abhängen oder von ihrer regionalen Verankerung?
Ich bin überzeugt, dass beides unverzichtbar ist. Leistungsfähige digitale Angebote werden künftig eine Grundvoraussetzung sein. Die eigentliche Differenzierung erfolgt jedoch über Vertrauen, persönliche Beratung und regionale Verbundenheit. Die erfolgreichsten Regionalbanken werden jene sein, die moderne digitale Services anbieten und gleichzeitig ihre Kundinnen und Kunden persönlich kennen und begleiten. Genau diese Verbindung von Innovation und Nähe ist auch unser Anspruch bei der Bank Thalwil.