Markus Bernhard, CEO mobilezone, im Interview

Markus Bernhard
Mobilezone-CEO Markus Bernhard. (Foto: Mobilezone)

Markus Bernhard, CEO mobilezone. (Foto: mobilezone)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Herr Bernhard, Mobilezone hat akquisitionsbedingt nicht nur den Umsatz um 121 Prozent gesteigert, sondern auch das Betriebsergebnis um 38 Prozent. Der Zukauf von einsAmobile ist bisher eine Erfolgsgeschichte. einsAmobile war im deutschen Markt erfolgreich. Wie verlief das Handelsgeschäft im Smartphone-gesättigten Schweizer Markt?

Markus Bernhard: Wir sind zufrieden mit den in der Schweiz erzielten Ergebnissen. Die Verbreitung der Smartphones in der Schweiz ist tatsächlich sehr hoch. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 sind unsere Smartphone Verkäufe in den mobilezone Shops beinahe unverändert geblieben.

Der Verkauf des neuen Samsung Galaxy S7 und des S7 edge ist angelaufen, Apple dürfte im Herbst das iPhone 7 lancieren. Könnte dies im laufenden Jahr den Trend zu längeren Erneuerungszyklen brechen?

Das Samsung Galaxy S7 ist seit 10 Tagen im Verkauf, welcher sehr vielversprechend angelaufen ist. Wir sind überzeugt, dass der Erneuerungszyklus nicht weiter anwachsen wird, sondern nun die Spitze erreicht hat.

Apple und Samsung dominieren den Markt. Welche Hersteller könnten in den kommenden Jahren möglicherweise in diese Phalanx einbrechen?

Sowohl im Weltmarkt als auch in der Schweiz ist Huawei bei den Smartphone bereits die Nummer 3. Huawei wird den Marktanteil auch in der Schweiz weiter ausbauen.

„Wir sind überzeugt, dass TalkTalk alle Voraussetzungen besitzt um weiterhin schnell und vor allem auch nachhaltig zu wachsen.“
Markus Bernhard, CEO mobilezone

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung der Abo-Angebote der grossen Schweizer Anbieter ein? Sind weitere Preissenkungen zu erwarten?

Die Schweizer Netzbetreiber haben die Leistungen (Datenmengen bzw. Geschwindigkeit / Anrufe in andere Netze usw.) in den letzten zwei Jahren klar erhöht und gleichzeitig die Preise reduziert. Wir glauben nicht an eine weitere Preiserosion und erachten das Preis-Leistungsangebot am Markt als korrekt.

Sie wollen die Zahl der eigenen Talk Talk-Abonnements in den nächsten drei Jahren vervielfachen. Wie wollen Sie das schaffen?

Wir haben innert knapp zweier Jahren gut 30‘000 Kunden gewinnen können. Die Zeitschrift Bilanz hat TalkTalk im vergangenen Jahr als besten Mobilfunkanbieter ausgezeichnet. Wir sind überzeugt, dass TalkTalk alle Voraussetzungen besitzt um weiterhin schnell und vor allem auch nachhaltig zu wachsen.

Das Segment Service Providing musste eine Umsatzeinbusse in Kauf nehmen und auch die Profitabilität war leicht rückläufig. Wo lagen die Gründe?

Die Volumen der zu reparierenden Handys nehmen in Österreich seit 2014 ziemlich rasant ab. Als Marktleader in beiden Ländern beobachten wir diese Entwicklung seit einigen Monaten auch in der Schweiz.

Sie wollen die Zahl der Verkaufsstellen in den nächsten Jahren reduzieren und dafür das Online-Geschäft ausbauen. Wie herausfordernd ist es, die teilweise sehr beratungsintensiven Angebote auch online erfolgreich platzieren zu können?

Wir befinden uns, was unsere Verkaufsstellen angeht, in einer leichten Konsolidierungsphase. Den Onlinekanal sehen wir als perfekte Ergänzung zu unseren Verkaufsstellen, welche auch in Zukunft für mobilezone ein äusserst wichtiger USP bleiben. Die Onlineangebote werden sich in erster Linie an Kunden wenden, die bereits sehr klar wissen, was sie einkaufen wollen. Der Mix mit einer kompetenten Beratung am POS verbunden mit einem klaren und verständlichen Onlineangebot ist der Weg, den die Kunden von mobilezone erwarten dürfen. Online bestellen und im mobilezone Shop abholen ist eine gefragte Kombination von online mit offline.

„Die Online Angebote werden sich in erster Linie an Kunden wenden, die bereits sehr klar wissen, was sie einkaufen wollen.“

Wie sehen die Online-Pläne konkret aus und inwieweit wird das Online-Know-how von einsAmobile einfliessen?

einsAmobile hat sich in den letzten Jahren ein gutes Online-Know-how aneignen können. Wir sind aktuell in der Schweiz mit konkreten Projekten beschäftigt und können hier voll auf die vorhandene Expertise in Deutschland zählen.

Die Digitalisierung verläuft in rasender Geschwindigkeit. Könnte sie auch dazu führen, dass für mobilezone Bereiche ausserhalb der Telekommunikation attraktiv werden?

Wir sind überzeugt, dass wir im Bereich der Telekommunikation die Möglichkeit haben, unsere Position weiter auszubauen und zu stärken. Wir beabsichtigen keinen Markteintritt in andere Bereiche oder Märkte.

einsAmobile wurde erfolgreich integriert. Sind weitere Zukäufe geplant?

Wir haben in den letzten Jahren diverse attraktive Firmenzukäufe realisieren können. Sollten sich weitere interessante Opportunitäten ergeben, werden wir diese selbstverständlich prüfen.

Von welcher Geschäftsentwicklung gehen Sie im laufenden Jahr aus?

Unser Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2015 ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Wir sind überzeugt, auch im 2016 auf diesem erfolgreichen Weg weiterfahren zu können.

Herr Bernhard, besten Dank für das Interview.

Zur Person:
Markus Bernhard (1964, Schweizer) leitet als CEO seit 2014 die mobilezone Gruppe. In der Zeit von 2007 bis 2013 war er CFO der mobilezone Gruppe. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der HSG St. Gallen erlangte er das Wirtschaftsprüfer-Diplom und arbeitete von 1991 bis 1997 als Wirtschaftsprüfer bei der Revisuisse Price Waterhouse AG in Zürich. Als CFO war er bis 2000 bei Cope Inc. in Rotkreuz und anschliessend als CFO bei der Mount10 Holding AG, ebenfalls in Rotkreuz, tätig. Markus Bernhard ist Mitglied des Verwaltungsrates der Novavisions AG in Rotkreuz.

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