Markus und Annika Tauss, Direktoren Cresta Palace Celerina AG, im Interview

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Markus und Annika Tauss, Direktoren Cresta Palace Celerina AG. (Foto: zvg)

von Bob Buchheit

Moneycab: Sehr geehrtes Direktorenpaar, wussten Sie bereits vorher, dass Sie mitten in einer Pandemie die Führung eines Premiumhotels übernehmen würden?

Bedingt – als wir den Vertrag unterzeichneten, war Corona schon ein Thema. Doch noch niemand konnte ahnen, wie sich das weiterentwickeln würde und welches Ausmass es erreicht. Wir haben am 1. Juni 2020 die Arbeit im Cresta Palace aufgenommen, in einer sehr anspruchsvollen Zeit, als noch vieles betreffend Corona unbekannt war. Ebenfalls waren die Vorbereitungen auf unsere neue Aufgabe besonders: per Videokonferenz wurde vieles vorab mit dem Verwaltungsrat und den Mitarbeitenden besprochen und geplant.

Zwei Vorteile hat die Höhenlage ja schon einmal, saubere Luft und UV-Strahlung…

Ja, zur Entschleunigung ist sie ja bestens geeignet. Kein Lärm und die Natur direkt vor der Haustür, mit Seen, Bergen, Schnee, und der auch noch sicher.

Das letzte Geschäftsjahr mit seinen abschliessenden, stark „coronainfizierten“ Monaten März und April hinterlässt ein Unternehmensergebnis von minus 382’949 CHF. Wie verlief Ihr Sommer?

Wir hatten einen ausgesprochen positiven Sommer (durchschnittliche Auslastung bei rund 80 Prozent) mit vielen Schweizer Gästen, davon zahlreiche Familien und Stammgäste.

„Wir hatten einen ausgesprochen positiven Sommer mit einer durchschnittlichen Auslastung bei rund 80 Prozent.“
Markus und Annika Tauss, Direktoren Cresta Palace Celerina AG

Kinder können bis 12 Jahren kostenlos mit den Eltern wohnen. Auf ein zusätzliches Kinderzimmer (bis 16 Jahre) erhalten Sie 50 Prozent Rabatt, und die Sommeraktivitäten sind auch noch kostenlos. Wieviel Prozent Ihrer Belegung entfällt jetzt auf Familien?

Diesen Sommer waren rund 42 Prozent unserer Gäste Familien in den Ferienzeiten.

Werden neue Zielgruppen gesucht?

Unsere Zielgruppe ist nach wie vor der „sportliche“ Geniesser, der die perfekte Ausgangslage für jegliche Sommer- und Winteraktivitäten geniesst und schätzt. Mit unseren diversen Restaurants sprechen wir auch all diejenigen an, die sich gerne kulinarisch verwöhnen lassen möchten. Familien sind bei uns herzlichst willkommen.

Gibt es denn da jetzt zusätzliche Angebote?

Wir haben in den letzten Wochen eine neue Cresta Kids & Cresta Babies Speisekarte gestaltet mit neuen Angeboten inklusive Kinderbrei. Der Kids Club Murmeli hat diesen Sommer ein abwechslungsreiches Angebot ins Leben gerufen. Ausserdem gibt es Kinder-Amenities (Geschenk bei Anreise, Cresta Palace Schnitzeljagd mit kleiner Belohnung), Kinder-Frühstückbuffet. Für den Winter ausserdem Cresta Kids Spa-Angebote und einen betreuten Kindertisch um 18 Uhr. Die Skischule mit Zauberteppich, Snowli Kids Village, Kinderkurse. Alles ist direkt hinter dem Hotel.

„In Zusammenarbeit mit dem Spital Samedan und der Gemeinde haben wir ein sehr gutes Schutzkonzept ausgearbeitet.“

Die Staziun da Basa, ihre Freiluftsportbasis, macht aus dem Cresta Palace auch ein Sporthotel. Welche Erwartungen haben Sie an den Winter?

Nach einem so erfolgreichen Sommer sind die Erwartungen an den kommenden Winter entsprechend hoch. Selbstverständlich ist das Thema Corona sehr präsent, und wir verfolgen nach wie vor die strengen Auflagen und Schutzmassnahmen vom Bund. Dennoch haben wir einige vielversprechende Kooperationen und Neuerungen auf die nächste Saison in die Wege geleitet. So wird beispielsweise die Skischule St. Moritz täglich präsent sein und kann so unsere Gäste hinsichtlich Fragen zu Ski- und Langlaufunterricht, Loipen / Pisten, Ausrüstung bestens beraten und unterstützen. Ausserdem haben wir eine Kooperation mit Namuk (Outdoorbekleidung für Kinder) lanciert: es wird diesen Winter neu einen Shop in der Staziun da Basa geben. Falls der Kinder-Skianzug also vergessen wurde, finden Sie bei uns alles Passende.

Macht Sie der Fokus der Staziun da Basa auf individuellen Sport und des Hotels auf Familien unempfindlicher gegen ansteckende Krankheiten?

Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Spital Samedan und der Gemeinde ein sehr gutes Schutzkonzept ausgearbeitet und informieren unsere Gäste vor und während der Anreise detailliert darüber. Die Rückmeldungen von den Gästen sind sehr positiv; sie sehen, dass wir die strengen Auflagen des BAG erfüllen und fühlen sich sehr wohl und sicher. Wir gehen davon aus, dass die Gäste in den kommenden Wintermonaten den individuellen Sport bevorzugen werden (Langlaufen aber auch Winterwandern / Schneeschuh-Touren) und dafür bieten wir die perfekte Ausgangslage, da wie gesagt alles vor unserer Hoteltür beginnt.

Was wird es Neues im Kulinarium geben?

Für den kommenden Winter bieten wir ein zusätzliches Outlet an: das Pop-Up Thai Restaurant, das ab dem 10. Dezember geöffnet ist. Neu bieten wir ab diesem Winter das sogenannte Dine Around Erlebnis an (anstelle der klassischen Halbpension). Unsere Gäste haben die Wahl in vier verschiedene kulinarische Welten einzutauchen und sich jeden Abend auf eine andere genüssliche Reise zu begeben. Ausserdem haben wir neu eine All Day Dining Karte (von 11.30 -22.30 Uhr) mit einem breitgefächerten Angebot für jeden Geschmack.

„Im kommenden Frühjahr planen wir einen Umbau des Hauses mit Fokus auf unseren Gästezimmern.“

Die Zimmer werden schubweise renoviert. Wann wird die erste Etappe fertig sein?

Im kommenden Frühjahr planen wir einen Umbau des Hauses mit Fokus auf unseren Gästezimmern, wir wollen dort modernisieren und mehr Raum schenken.

Wird der Wellness-Bereich weiter ausgebaut werden?

Das Hotel Cresta Palace Celerina und das Spital Oberengadin lancierten gemeinsam das erste Medical-Wellness-Angebot im Oberengadin. Das Programm kombiniert seit Januar 2020 vier Packages: MEIN, SEIN, REIN und FEIN nennen sich die sechstägigen Programme, die von Fitness über Schönheit und Detox bis zum Abnehmen reichen – und die der Gast individuell ergänzen kann. Dabei ist die gesunde Mischung von Genuss und Erholung ganz wichtig.

Ab Winter 20/21 konnte mit Babor ein neuer, starker Partner in Sachen Beauty-Produkte gewonnen werden. Darüber hinaus werden wir ab dem Winter zusätzliche Behandlungen mit neuen Spezialisten im Team anbieten können.

Wie hoch ist denn der Pro Kopf – Umsatz Ihrer Gäste?

Betriebsgeheimnis.

Das bestehende Aktienkapital wurde gerade auf Beschluss der Generalversammlung verdoppelt. Haben Sie eigentlich auch Aktien der Cresta Palace Celerina AG?

Ja, haben wir.

Zu den Gesprächspartnern:
Annika Sosnizka-Tauss und Markus Tauss bringen langjährige Erfahrung und umfassende Kenntnisse sowohl aus internationalen Hotelketten, als auch aus privat geführten Häusern der Luxushotellerie mit. Markus Tauss leitete zuletzt das Retreat in Schloss Elmau. Nun zog es ihn zurück in die Bündner Berge, die er bereits aus vorherigen Stationen in Davos und Arosa kennt und schätzt. Annika Sosnizka-Tauss ist neben ihrer langjährigen Hotellerie-Erfahrung eine ausgewiesene Marketingexpertin. So verantwortete sie zuletzt das Marketing und Event-Management eines Bergchalets, wo sie auch die stellvertretende Betriebsleitung übernahm.

Cresta Palace Celerina AG

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