Thomas Vogt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spar- und Leihkasse Bucheggberg, im Interview

Thomas Vogt
Thomas Vogt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spar und Leihkasse Bucheggberg. (Foto: zvg)

von Bob Buchheit

Moneycab.com: Herr Vogt, der Jurasüdfuss ist kein Immobilienhotspot. Das heisst im Umkehrschluss, dass sie blasenfrei und locker die Zukunft sehen, oder?

Thomas Vogt: Wir beobachten den Immobilienmarkt in unserem Marktgebiet sehr genau und schauen keineswegs locker und sorglos in die Zukunft. Aber ich gebe Ihnen Recht, dass die Immobilenpreise in unserem Marktgebiet im schweizweiten Quervergleich eher moderat angestiegen sind. Zentral und von höchster Priorität für die Zukunft ist, die individuelle Beurteilung jeder Gemeinde und jeder Liegenschaft. Hier sind wir zu keinen Kompromissen bereit und lehnen im Zweifelsfall eine Finanzierung, auch zum Wohle unserer Kunden, ab.

Die Spar und Leihkasse Bucheggberg hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf eigene Rechnung ein Mehrfamilienhaus in Orpund gekauft. Sind da jetzt alle elf Wohnungen vermietet?

Die Erstvermietungen der Wohnungen werden auf 1. April 2020 erfolgen. Ende Februar waren 10 der 11 Wohnungen vermietet.

Mit welchem Bruttoertrag rechnen Sie?

Mit der Vermietung des Mehrfamilienhauses erzielen wir eine gute und marktübliche Bruttorendite von rund 4.5 Prozent.

Im Januar haben Sie ein Kaufrecht für eine Baulandparzelle in Lüterswil am Firmensitz abgeschlossen. Was ist dort geplant? Ausbau, Umbau, Neubau?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich Ihnen dazu noch nichts Genaueres sagen, da wir erst ganz am Anfang des Prozesses stehen. Die SLB hat das Kaufrecht abgeschlossen, um über die Option zu verfügen, einen allfälligen Neubau zu realisieren.

„Der Wettbewerb im Finanzgeschäft wird sich aus unserer Sicht weiter verschärfen. Wir haben das sehr gute Geschäftsergebnis 2019 genutzt, um entsprechendes Risikokapital zu bilden.“
Thomas Vogt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spar- und Leihkasse Bucheggberg

Wieso haben Sie den Reserven für allgemeine Bankrisiken 20 Prozent mehr zugewiesen als im Vorjahr?

Die höhere Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken steht im Zusammenhang mit unserer auf Sicherheit bedachten Geschäftsphilosophie. Der Wettbewerb im Finanzgeschäft wird sich aus unserer Sicht weiter verschärfen. Wir haben das sehr gute Geschäftsergebnis 2019 genutzt, um entsprechendes Risikokapital zu bilden.

Wird sich die Kernkapitalquote nach Basel III, welche jetzt bei Ihnen knapp unter neun Prozent liegt, in den nächsten Jahren wesentlich verändern?

Unsere Kapitalplanung zeigt, dass sich bei einer normalen Marktentwicklung und dem von uns avisierten Wachstum die Leverage Ratio weiterhin auf einem Niveau von rund neun Prozent bewegen wird. Eine komfortable Eigenkapitalausstattung ist uns auch in Zukunft wichtig und stärkt unsere Unabhängigkeit.

In den letzten Jahren verzichtete die SLB weitgehend auf Absicherungsgeschäfte. Wird das auch in Zukunft so sein?

Bis anhin konnten wir unsere Zinsänderungsrisiken ohne Einsatz von Derivaten, also direkt über die Bilanz, mit Pfandbriefen und Kassenobligationen mit entsprechenden Laufzeiten, absichern. Dies streben wir auch in Zukunft an. Sollten es die zukünftigen Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten notwendig machen, dass wir unsere Zinsänderungsrisiken mit derivaten Instrumenten absichern, werden wir dies auch tun.

„Unsere Leverage Ratio wird sich weiterhin auf einem Niveau von rund neun Prozent bewegen.“

Die Bilanzsumme stieg um 8,2 Prozent auf 678,9 Millionen Franken, der Geschäftserfolg um 10,6 Prozent auf 3,7 Millionen und der Jahresgewinn um 5.6 Prozent auf über eine Million. Damit haben Sie solide Zahlen im für Banken anerkannt herausfordernden Umfeld geliefert. Welche Zahl wird sich im 2020 am schwierigsten verbessern lassen?

Von den von Ihnen genannten Kennzahlen ist sicher der Geschäftserfolg die aussagekräftigste Kennzahl, da sich darin sämtliche relevanten Ergebnisse auf der Ertrags- und Kostenseite wiederspiegeln. Mit dem anhaltenden Tiefzinsumfeld und dem damit einhergehenden Druck auf die Marge in unserem Hauptgeschäft, dem Zinsengeschäft, wird dies eine herausfordernde Aufgabe.

Mit dem Kauf einer „schweren“ Namenaktie der Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG bekommt man Vorzugszins auf dem Aktionärssparkonto. Wie viele Leute machen davon Gebrauch?

Ein grosser Teil unserer rund 2000 Aktionäre machen von diesem Angebot Gebrauch. Mit der Vorzugsverzinsung von aktuell 0,15% bietet das Aktionärssparkonto im derzeitigen Negativzinsumfeld ein attraktives Angebot für Sparer, welches rege genutzt wird.

 
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