Timo Hafner, Gründer und CEO Gastros AG

Timo Hafner

Timo Hafner, CEO Gastros AG

von Patrick Gunti

Moneycab: Herr Hafner, Ihr Start-up-Unternehmen Gastros AG ist einer der neuen venture kick Gewinner. Es war nicht die erste Auszeichnung, die Sie für das von Ihnen entwickelte InductWarm-System für die Warmhaltung von Speisen erhalten haben. Was bedeuten Ihnen diese Auszeichnungen, wie wichtig sind sie für das Unternehmen?

Timo Hafner: Die verschiedenen Auszeichnungen, die wir in den letzten Jahren für das InductWarm-System erhalten haben, sind für das Unternehmen sehr wichtig. Durch diese Auszeichnungen wie zum Beispiel der Sieg beim Weconomy Wettbewerb oder der Gewinn des Gastro Vision Förderpreises wurden stets Türen geöffnet, die bis dato verschlossen waren. So konnte die Unternehmensentwicklung beschleunigt vorangetrieben werden.

Für mich persönlich ist jede Auszeichnung eine besondere Freude, weil sich darin zeigt, dass hochkarätige Jurys wie zum Beispiel die Profis bei venture kick vom Konzept der Gastros AG überzeugt sind. Damit erhält unser gesamtes Team zusätzliche Anerkennung und einen Energieschub, was für die weiteren geplanten Massnahmen sehr positiv ist.

Hotelier.de schreibt vom „neuen Stern am Warmhaltehimmel“. Was ist das Besondere am InductWarm-System von Gastros?

Jahrzehntelang gab es für die Topgastronomie keine wirkliche Alternative zum klassischen Chafing-Dish. Mit dem InductWarm-System ergibt sich für die Hotelerie und Gemeinschaftsverpflegung jetzt die Möglichkeit der Speisepräsentation, die in punkto Ästhetik und Handhabung einen völlig neuen Standard setzt.

Aus welchen Komponenten besteht das System?

Das System besteht aus drei zentralen Elementen, den InductWarm-Elementen, den InductWarm-Tischen sowie dem speziellen Porzellan mit der patentierten InductWarm-Beschichtung.

«Der Trend hin zur Individualisierung ist gerade in der Topgastronomie sehr stark ausgeprägt.»
Timo Hafner, CEO Gastros AG

Das InductWarm-System basiert auf der bekannten Induktionstechnologie. Wie haben Sie diese weiterentwickelt?

Der Neuheitsgrad liegt in der Kombination der Induktionstechnologie mit den speziell beschichteten InductWarm-Porzellanschalen. Für uns bestand die grosse Herausforderung darin, selbst beim Einsatz von grossen Porzellangefässen eine Bruchsicherheit der Schalen beim Einsatz mit Induktionsfeldern zu erreichen. Diese Bruchsicherheit wird durch das von uns entwickelte und patentierte Beschichtungssystem gewährleistet.

Wie wichtig ist die Personalisierung des Designs der Glasplatten und Tischgestelle?

Der Trend hin zur Individualisierung ist gerade in der Topgastronomie sehr stark ausgeprägt. Durch die Kooperation mit unserem Entwicklungspartner – der Hilton Hotelgruppe – wurde sehr schnell deutlich, welch grosse Gewichtung die Spitzenhotels auf die Gestaltung der Buffetlandschaften legen, weil hier neben dem Service eine zentrale Differenzierungsmöglichkeit gegenüber der Konkurrenz liegt. Der Spagat lag für uns im Anbieten einer möglichst breiten Personalisierungsoption bei Beibehaltung einer stark standardisierten Produktion.

Die laufenden Kosten lassen sich durch Ihr System deutlich reduzieren. Wie hoch sind die Anschaffungskosten im Vergleich zu anderen Warmhaltesystemen?

Die Preisspanne geht selbst bei den klassischen Warmhaltesystemen weit auseinander. Tendenziell liegt das InductWarm-System aber in der gehobenen Preiskategorie. Durch die stark optimierten operativen Kosten lassen sich je nach Vergleichsystem Amortisationszeiten von deutlich unter zwei Jahren erzielen.

«Für uns von Gastros ist die Zuverlässigkeit und einfache Handhabung  des InductWarm-Systems ein zentrales Anliegen, welches durch die umfangreichen Praxistests erreicht werden konnte.»

Sie haben das System in Zusammenarbeit mit der Hotelkette Hilton intensiv getestet. Wie lange liefen diese Tests und welche Resultate konnten erzielt werden?

Die Tests mit der Hilton Hotelgruppe vor Markteintritt liefen über zwei Jahre. Für uns von Gastros ist die Zuverlässigkeit und einfache Handhabung  des InductWarm-Systems ein zentrales Anliegen, welches durch die umfangreichen Praxistests erreicht werden konnte. Aber auch heute noch werden Produktneuheiten vor der Markteinführung gemeinsam mit unseren Kooperationshotels Testläufen in der Praxis direkt am Gast unterzogen.

Wie viel Entwicklungszeit steckt hinter dem System?

Mittlerweile liegt eine sehr intensive Entwicklungsphase von über sechs Jahren hinter uns. Ich bin hier sehr stolz, dass wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern eine solch lange Entwicklungszeit erfolgreich überstanden haben und auch schwierige Zeiten mit unglaublich viel Herzblut und Begeisterung für das Produkt überwinden konnten.

Wie gross ist das Interesse der Gastronomie und Hotellerie?

Das Interesse vom Markt ist überwältigend. Schauen Sie sich doch all die Bereiche an, in denen Speisen von höchster Qualität und Ästhetik zubereitet werden und anschliessend nicht standesgerecht den Gästen präsentiert werden können. Genau hier kommt das InductWarm-System zum Einsatz und definiert einen neuen Standard.

Welche Märkte haben Sie nun im Visier?

Primär die Topgastronomie bestehend aus der 4 und 5 Sterne Hotellerie. In einem weiteren Schritt die komplette Gemeinschaftsverpflegung, beginnend beim Catering über Krankenhausverpflegung bis hin zu cruise linern; kurz um, der Einsatzbereich ist überall dort, wo Speisen ästhetisch, effizient und flexibel warmgehalten werden sollen.

«Das Interesse vom Markt ist überwältigend.»

Welches sind die geplanten Ausbauschritte?

Der Ausbau beginnt mit einem klaren Fokus auf die gehobene Hotellerie.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen?

Wichtige Partner sind für uns die Firma Bauscher, dem Weltmarktführer des Hotelporzellans sowie die Hilton Hotelgruppe. Beim Unternehmensaufbau wurden wir intensiv von den CTI- und venturelab-Programmen unterstützt. Zudem arbeiten wir eng mit unserem Distributionspartner food&technic sowie dem Technopark Zürich zusammen.

Wie sind Sie auf die Idee dieses Warmhaltesystems gekommen?

Die ursprüngliche Idee, das Induktionsprinzip in Verbindung mit speziellem Porzellan auf das Buffet zu bringen, entstand durch das Verbrennen an einem Chafing-Dish.

Herr Hafner, besten Dank für das Interview.

Zur Person:
Geboren:
20.01.1989 in Konstanz

Ausbildung:

  • Seit 09/2009 Studium der Betriebswirtschaftslehre Universität St. Gallen
  • 09/1999 – 06/2008 Friedrich-Hecker-Gymnasium Radolfzell, Abitur Leistungsfächer: Physik und Gemeinschaftskunde

Praxiserfahrung

  • Seit 01/2006 Gründung des StartUp-Unternehmens InductWarm

Auszeichnungen

  • 2011 venturekick
  • 2011 GastroVision Gewinner
  • 2010 3. Platz beim Prix du Jeune Entrepreneur mit StartUp-Unternehmen InductWarm
  • 2009 Gewinn des WECONOMY Wettbewerbs – Unternehmen für Deutschland – mit StartUp-Unternehmen InductWarm
  • 2008 Auszeichnung für sehr gute Leistungen im Fach Physik durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft
  • 2007 Erhalt des Erfinderpreises für induktive Warmhaltevorrichtung

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