Also wittert Marktchance im Servicegeschäft

Gustavo Möller-Hergt
Gustavo Möller-Hergt, CEO ALSO Holding. (Foto: Also Holding)

Hergiswil – Der IT-Distributor Also hat seine mittelfristigen Ziele erhöht. Einerseits hat das Unternehmen das erst letztes Jahr gesetzte Zielband bereits annähernd erreicht. Vor allem aber sieht Also-CEO Gustavo Möller-Hergt namentlich im neuen As-a-Service-Geschäft ein enormes Potential.

In drei bis fünf Jahren sieht die Also-Gruppe ihren Umsatz im Bereich zwischen 10 und 14 Mrd EUR, das heisst rund 1 bis 5 Mrd EUR höher als 2017. Ebenfalls revidiert hat das Management des IT-Distributors das Margenziel. So soll die EBITDA-Marge zwischen 2,1 und 2,6% zu liegen kommen. Bisher lag das Ziel zwischen 2,0 und 2,5%, die aktuelle Marge beträgt knapp 1,8%.

Hintergrund für die angepeilte höhere Marge liegt in den Chancen, die Also in seinem derzeit noch kleinsten Geschäftsbereich wittert. In diesem As-a-Service genannten Geschäft tritt Also als Outsourcing-Partner für Logistik- respektive IT-Dienstleistungen auf und verrechnet diese volumenabhängig. Dabei kauft ein Unternehmen beispielsweise Computer und die Software für ihre Mitarbeiter nicht mehr, sondern mietet sie nur und zahlt für deren Nutzung. Also stellt dabei etwas die Infrastruktur zur Verfügung, über welche die Software zur Verfügung gestellt wird. Oder kümmert sich um die Logistik der Hardware-Komponenten.

„Wir sehen ein enormes Potential in der Marktentwicklung“, sagte Also-CEO Möller-Hergt am Freitag vor den Medien. Das Potenzial und die im Vergleich zum ursprünglichen Kerngeschäft von Also hohen Margen hätten dazu geführt, die Mittelfristziele anzupassen. „Wir sprechen dabei von einer Transformation, wobei auch unsere Partner verstehen müssen, dass sie ihr Geschäftsmodell anpassen müssen.“ Also sehe seine Aufgabe darin, die Partner zu befähigen, das Geschäft zu entwickeln.

Kerngeschäft weiter pflegen
Vor den Journalisten setzte Möller-Hergt indes einen Vorbehalt zum Margenziel: Bei Also gelte das Prinzip „Opportunität schlägt Strategie“. So stehe man zwar voll und ganz zur Strategie, das As-a-Service-Geschäft und den in der Beratung und Projektbegleitung tätigen Geschäftsbereich Solutions auszubauen. Wenn sich aber im eher margenschwachen Kerngeschäft, der Logistik und dem Handel mit Elektronikgeräten und -zubehör, eine Chance ergebe, werde diese gleichwohl genutzt. „Profitabilität zeigt sich schliesslich in Euro und nicht in Prozent“, so Möller-Hergt.

Mit über 6,9 Mrd EUR trägt Supply, wie Also sein Kerngeschäft nennt, weiterhin gegen 80% zum Konzernumsatz bei. Dieser ist 2017 um 11,4% auf 8,9 Mrd EUR gestiegen. Auch im Geschäftssegment Supply wird weiterhin Wachstum generiert: 2017 betrug das Plus 11,7%, wie am Freitag bekannt wurde. Die Wachstumsrate der Solution-Geschäfte, die 18% zum Konzernumsatz beitrugen, lag bei 5,9%, jene von As-a-Service 35,4%.

Die Profitabilität der einzelnen Geschäftsbereiche weist Also nicht separat aus. Konzernweit konnte der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) um 7,7% auf 157,3 Mio EUR gesteigert werden. Beim EBIT wurde ein Plus um 12,0% auf 141,0 Mio CHF und beim Konzerngewinn eines von 11,2% auf 92,5 Mio EUR erzielt. Parallel dazu soll auch die Dividende erhöht werden, und zwar von 2,25 CHF im Vorjahr auf nun 2,75 CHF je Aktie.

Am Markt kamen die am Freitag veröffentlichten Detailzahlen und die Erhöhung der Mittelfristziele gut angekommen. Die Also-Aktie gewann bis Börsenschluss 5,8% an Wert. (awp/mc/pg)

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