AMS Osram verdient im zweiten Quartal operativ weniger

AMS Osram verdient im zweiten Quartal operativ weniger
Aldo Kamper, CEO AMS Osram. (Foto: zvg)

Unterpremstätten – Der Sensoren- und Halbleiterhersteller AMS Osram hat im zweiten Quartal 2026 einen leicht höheren Umsatz erzielt, musste beim operativen Gewinn jedoch einen Rückgang hinnehmen. Das Unternehmen übertraf die Analystenerwartungen leicht.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 805 Millionen Euro nach 775 Millionen im Vorjahreszeitraum. Getragen wurde das Wachstum von einem starken Halbleitergeschäft in den Bereichen Automotive und Industrie sowie einem robusten Geschäft mit Autolampen, wie AMS Osram am Dienstag mitteilte. Die Entwicklung glich den Wegfall der Umsätze aus dem verkauften Speziallampengeschäft weitgehend aus.

Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) sank auf 136 Millionen Euro von 145 Millionen. Die entsprechende EBITDA-Marge verringerte sich auf 16,9 Prozent nach 18,8 Prozent. Belastet worden sei die Profitabilität insbesondere durch Währungseffekte auf der Kostenseite sowie weiterhin hohe Rohstoffkosten.

Rückschlag beim freien Cashflow
Beim freien Cashflow musste das mit einer hohen Verschuldung kämpfende Unternehmen hingegen einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Dieser verschlechterte sich auf -119 Millionen Euro nach -14 Millionen im Vorjahresquartal und 37 Millionen im ersten Quartal 2026.

Negativ zu Buche schlugen insbesondere der Abbau von Factoring, Aufwendungen für das Transformationsprogramm «Simplify» sowie höhere Zinszahlungen im Zusammenhang mit dem Rückkauf ausstehender Anleihen.

Auch die Nettoverschuldung stieg gegenüber Ende März auf 1,288 Milliarden Euro von 1,071 Milliarden. Das Unternehmen verwies allerdings darauf, dass der Erlös aus dem Verkauf des Geschäfts mit nicht-optischen Sensoren an Infineon erst am 1. Juli zugeflossen sei und deshalb in den Zahlen noch nicht berücksichtigt worden sei. Insgesamt erwartet AMS Osram aus den bereits vereinbarten Unternehmensverkäufen Erlöse von rund 700 Millionen Euro.

Für das dritte Quartal stellt AMS Osram einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 14,5 und 17,5 Prozent in Aussicht.

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen im Wesentlichen. Wegen der Veräusserungen und des schwächeren US-Dollars rechnet AMS Osram weiterhin mit einem leichten Umsatzrückgang. Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte im Übergangsjahr unter anderem durch Veräusserungseffekte, Restkosten, höhere Edelmetallpreise und weitere temporäre Belastungen beeinträchtigt werden. Für 2027 sieht der Konzern weiterhin einen Weg zurück zu einem positiven Free Cashflow.

Als künftigen Wachstumstreiber sieht AMS Osram insbesondere Lichtquellen auf Basis von Micro-LED-Arrays für Augmented-Reality-Smartbrillen. Im zweiten Quartal habe das Unternehmen dabei wichtige Entwicklungsschritte bis zur Serienreife erreicht, hiess es.

Zudem kündigte AMS Osram ein öffentliches Rückkaufangebot im Umfang von 120 bis 150 Millionen Euro für einen Teil der Wandelanleihen 2027 und der vorrangigen Anleihen 2029 an. (awp/mc/ps)

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