Apple führt iTunes-Abos ein – Konflikt mit Medienbranche

Steve Jobs

Apple-CEO Steve Jobs.

New York – Apple führt gegen den Widerstand in der Medienbranche ein umstrittenes Abo-Modell für seine iTunes-Plattform ein. Streitpunkt ist seit Wochen, dass Kunden künftig immer auch ein Abonnement über iTunes angeboten werden muss.

Unter anderem Verleger von Zeitungen und Magazinen stören sich an der Gebühr von 30 Prozent, die Apple auf iTunes-Verkäufe erhebt. Zudem fordern sie den Zugriff auf Kundendaten. Das Abo-Modell ist nicht nur für Print-Medien, sondern auch für Musik, Video und alle möglichen anderen Inhalte gedacht.

Jobs rechnet vor
Apple-Chef Steve Jobs sagte zu der Strategie am Dienstag: «Wenn Apple einen neuen Abonnenten für eine App beisteuert, verdient Apple einen Anteil von 30 Prozent.» Wenn hingegen der Verleger selbst einen existierenden oder neuen Abonnenten auf die Plattform bringe, «verdient Apple gar nichts». Ein wichtiges Detail: Der Preis des Abos bei iTunes darf nicht teurer als beim Direktverkauf sein. Somit werden Inhalteanbieter die Apple-Gebühr nicht an ihre Kunden weitergeben können.

iPad-Marktanteil aktuell bei 85 Prozent
Apple hatte im vergangenen Jahr rund 15 Millionen iPads verkauft und damit den Markt der Tablet-Computer wiederbelebt. Nach Berechnungen verschiedener Marktforschungsinstitute liegt der Marktanteil des iPad bei rund 85 Prozent. Die Verlage waren zunächst begeistert über das Gerät als digitalen Absatzkanal für ihre Magazininhalte, streiten jedoch über Verkaufsmodelle für Abonnements. In der Zwischenzeit ist der Absatz einzelner digitaler Magazin-Ausgaben laut US-Marktforschern deutlich zurückgegangen. Apple behält die 30 Prozent für das Hosting der Inhalte und das Bearbeiten der Zahlungen ein.

US-Verleger liebäugeln mit Android-Plattform
Ob die Inhalteanbieter von Apple Zugriff auf die Daten der Abonnenten bekommen, entscheiden die Nutzer. Mit ihrer Zustimmung würden Name, E-Mail-Adresse und Postleitzahl übermittelt, teilte Apple mit. Die App-Anbieter könnten bei den Nutzern auch nach anderen Informationen fragen, müssten dies jedoch klar kenntlich machen. Angesichts des Streits liebäugeln US-Verleger bereits verstärkt mit der konkurrierenden Android-Plattform von Google . So kündigte am Vortag Medienhaus Condé Nast an, dass digitale Ausgaben des Tech-Magazins «Wired» und der Zeitschrift «New Yorker» von Frühjahr an auch für Android-Geräte verfügbar sein sollen. Wenige Tage zuvor hatte auch Time ein digitales Abo-Modell für sein Sport-Magazin «Sports Illustrated» auf der Plattform vorgestellt. (awp/mc/ps)

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