Crealogix im Halbjahr mit mehr Umsatz und tieferer Marge

Thomas Avedik
Crealogix-CEO Thomas Avedik. (Foto: Crealogix)

Zürich – Der Finanzsoftwareanbieter Crealogix ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 (Juli bis Dezember) gewachsen, musste allerdings einen leichten Margenrückgang verkraften. Die Guidance fürs Gesamtjahr wird nach dem Zukauf von Innofis konkretisiert.

Der Umsatz legte laut Mitteilung vom Dienstag um 11% auf 39,7 Mio CHF zu, wobei organisch (in Lokalwährungen) ein Plus von 8% resultierte. Mit einem Anteil von 58% erwirtschaftete die Gruppe dabei erstmals mehr Umsatz ausserhalb der Schweiz, wie das Unternehmen am Dienstag betonte.

Die Gewinnzahlen nahmen leicht unterproportional zu. So stieg der EBITDA um 5,8% auf 4,4 Mio; das ergibt eine EBITDA-Marge von 11,1% nach 11,5% im Vorjahr. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 1,55 Mio CHF, doppelt so viel wie in der Vorjahresperiode.

Kundschaft umfasst 1’200 Banken
Das Management ist mit diesen Eckwerten zufrieden: «Wir können auf ein starkes erstes Halbjahr zurückblicken», sagte CEO Thomas Avedik an einer Telefonkonferenz. In den letzten Monaten seien etwa drei neue Unternehmensstandorte hinzugekommen. Insgesamt vertrauten nun über 1’200 Banken auf Crealogix-Lösungen. «Diese Zahl macht uns sehr stolz», so der CEO.

Noch nicht in den Geschäftszahlen enthalten ist die Übernahme der spanischen Innofis, die im Januar erfolgte. Die in Nahost stark verankerte Firma wird laut dem CEO im zweiten Halbjahr rund 5 Mio CHF zum Umsatz beisteuern.

Crealogix stellt damit – inklusiver der Übernahme – für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von gegen 15% in Aussicht. Trotz Integrationskosten für Innofis soll zudem die Marge bei über 10% zu liegen kommen. Damit wurde die Guidance vom letzten Herbst konkretisiert. Damals wurde ein zweistelliges Umsatzwachstum sowie eine Steigerung des EBITDA angepeilt.

Kapitalerhöhung noch im März
CEO Avedik gab ausserdem weitere Details zur Innofis-Übernahme bekannt. Demnach wird sie zu einem Drittel mit Cash und zu zwei Dritteln mit eigenen Aktien bezahlt. Für letzteres wird laut dem Firmenchef noch im Monat März eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durchgeführt. Die Details dazu würden in den nächsten Tagen publiziert, sagte er.

Mittelfristig rechnet die Gruppe weiterhin mit einem jährlichen Umsatzwachstum von über 20%. Der Umsatzanteil ausserhalb des Heimatmarkts Schweiz soll dabei auf rund 70% steigen. Zudem strebt sie eine EBITDA-Marge von mehr als 15% an.

Analyst: Höhere Margen ab nächstem Jahr
Die Neue Helvetische Bank sieht die Neuigkeiten positiv: «Die Gesellschaft scheint uns absolut auf Kurs, ihre mittelfristigen Ziele erreichen zu können», hiess es in einem Kommentar. Keine Sorge macht die leicht tiefere Marge: Der Grund seien Einstellungen sehr vieler Freelancer in Deutschland gewesen, da man aufgrund des starken Nachfragewachstums die nötigen Stellen nicht so schnell mit Vollzeitangestellten habe besetzen können.

«Diese Situation sollte sich über die nächsten zwölf Monate wieder verbessern», so der zuständige Analyst. Er geht zudem davon aus, dass die EBITDA-Marge ab 2018/19 auf ein Niveau von rund 13% steigen wird.

An der Börse bewegen sich die Crealogix-Papiere kaum. Am frühen Nachmittag notieren sie unverändert bei 170 CHF. (awp/mc/ps)

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