Deloitte CIO Survey: IT-Budgets steigen weiter

Technologie

Zürich – Im Zuge des gegenwärtigen technologischen Wandels sollte jeder CIO eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie spielen. Doch die Mehrheit der Schweizer CIOs glaubt, dass sie bei strategischen Fragen zu wenig involviert sind und sich zu sehr auf den Tagesbetrieb konzentrieren müssen. Die diesjährige Ausgabe der Deloitte CIO Survey zeigt zudem, dass die IT-Budgets in den letzten zwölf Monaten signifikant gestiegen sind. Trotzdem bleibt Kostenkontrolle eine wichtige Priorität der Schweizer CIOs. Gleichzeitig will man aber auch die Innovationskraft vorantreiben.

Steigende IT-Budgets…
Die IT-Budgets der an der Umfrage teilnehmenden Schweizer Unternehmen sind in den letzten zwölf Monaten signifikant gewachsen. Mehr als die Hälfte der befragten CIOs in der Schweiz (53%) gaben an, dass ihre Budgets für das Jahr 2015 erhöht wurden (25% berichten von einem Rückgang und 22% von keiner Veränderung). Dieser Wert ist deutlich höher als in den Vorjahren – und auch höher als der globale Durchschnitt (48%). Der Aufwärtstrend spiegelt sowohl die anhaltende wirtschaftliche Erholung als auch das steigende Bewusstsein für die strategische Bedeutung der IT wider.

…aber Kostenkontrolle bleibt eine strategische Priorität
Trotz der wachsenden IT-Budgets bleiben Kostenkontrolle und -reduktion weit oben auf der Agenda von Schweizer CIOs. Nach ihren Geschäftsprioritäten für das nächste Jahr befragt, nannten 54% der Schweizer CIOs die Reduktion der Betriebs- und Produktkosten. In keinem der anderen an der Umfrage teilnehmenden 42 Länder wurde Kostenreduktion so oft genannt. Die gleiche Bedeutung nimmt der Faktor Innovation ein: Genauso viele CIOs (54%) nannten auch die Innovation neuer Produkte und Dienstleistungen als ihre Priorität. An dritter Stelle folgte die Sicherstellung der operationellen Performance (45%).

Michael MacNicholas, Direktor, Technologieberatung, bei Deloitte in der Schweiz erklärt: „Auf den ersten Blick erscheint die gleichzeitige Priorisierung von Innovation und Kostenkontrolle paradox, aber Innovation kann auch zur Kostensenkung beitragen, vor allem mittel- bis langfristig. CIOs stehen aktuell einer Vielzahl von teils konkurrierenden Zielsetzungen gegenüber. IT-Budgets nehmen zu, aber gleichzeitig sollten die IT-Kosten in Grenzen gehalten oder gar reduziert werden. Diese Divergenz könnte auf eine Reihe von Faktoren zurückgeführt werden, unter anderem das erhöhte Kostenbewusstsein der Unternehmen seit dem Frankenschock. Dass die IT-Budgets trotz des erhöhten Kostendrucks weiter steigen, betont jedoch vor allem die wachsende strategische Bedeutung der IT.“

Die Prioritäten der CIOs im Technologie-Bereich sind ebenfalls geprägt vom Innovations- und Kostenfokus. Am häufigsten wurde die Reduzierung der IT-Kosten und Effizienzsteigerung genannt (45%), dicht gefolgt von der digitalen Innovation (43%) und der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (41%). Alle diese Ziele werden in der Schweiz höher bewertet als im globalen Durchschnitt.

Mehr Strategie, weniger Tagesbetrieb
CIOs scheinen mit ihrer Rolle in der Geschäftsführung nicht ganz zufrieden zu sein, denn sie wollen stärker auf der strategischen Ebene involviert sein. So möchten CIOs weniger als Operator (37% aktuell vs. 24% im Idealfall) agieren und mehr als Stratege tätig sein (18% aktuell vs. 27% im Idealfall).

Zwei Drittel (66%) der Schweizer CIOs wirken entweder überhaupt nicht in der Gestaltung der Unternehmensstrategie mit oder führen diese nur aus. Dies ist eine höhere Anzahl als im globalen Durchschnitt (56%). Auf der anderen Seite ist der Anteil der CIOs, welche die Strategie initiieren oder mitentwickeln, relativ tief (32%) – auch im globalen Vergleich (42%). Es herrscht eine grosse Kluft zwischen der tatsächlichen und der erwünschten Rolle von Schweizer CIOs: 73% der Umfrageteilnehmer geben an, dass sie eine strategische Führungsrolle innehaben möchten – gegenüber 18%, die diese tatsächlich schon haben.

Die Schweizer IT-Leiter wünschen sich auch im direkteren Kontakt mit dem Geschäftsleiter zu stehen. Derzeit rapportieren 25% an den COO (ggb. 16% im Idealfall), 24% an den CFO (ggb. 5% im Idealfall) und 31% an den CEO (ggb. 62% im Idealfall). Michael MacNicholas dazu: «Schweizer CIOs hegen offensichtlich den Wunsch, aus der operationalen Ecke zu treten und eine grössere strategische Rolle einzunehmen. Sind sich aber CIOs bewusst, was ein solcher Rollenwechsel eigentlich bedeutet? Direkt an den CEO rapportieren umfasst einerseits sich mehr der Strategie und weniger der Instandhaltung des Betriebs zu widmen und andererseits ein sehr gutes Verständnis für das Geschäft, das weit über den Tech-Bereich hinausgeht.“ (Deloitte/mc)

Die vollständigen Umfrageergebnisse, einschliesslich länderspezifischen Aufschlüsselungen und früheren Umfragen finden sich unter www.deloitte.com/ch/ciosurvey

Über die Deloitte CIO Survey
Für die 2015 Ausgabe der globalen Deloitte CIO Survey wurden über 1200 CIOs in 43 Ländern zu ihren aktuellen Prioritäten, Herausforderungen und Budgets sowie zu ihrer Rolle im Unternehmen befragt. In der Schweiz nahmen zwischen Mai und August 2015 insgesamt 56 CIOs und IT-Leiter an der Umfrage teil. Das Teilnehmerfeld stammt aus Unternehmen verschiedener Grössen (von unter CHF 1 Mrd. bis über CHF 50 Mrd. Umsatz) sowie Wirtschaftssektoren (von Finanzdienstleitungen bis zum öffentlichen Sektor).

Über Deloitte in der Schweiz
Deloitte ist ein führendes Prüfungs- und Beratungsunternehmen in der Schweiz und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Financial Advisory. Mit über 1‘400 Mitarbeitenden an den sechs Standorten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich (Hauptsitz) betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Grösse aus allen Wirtschaftszweigen. Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte LLP, dem Mitgliedsunternehmen in Grossbritannien von Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL). Über DTTL sind deren Mitgliedsunternehmen mit über 225‘000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Ländern vertreten.

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