Larry Page krempelt Google-Führung um

Larry Page

Google-CEO Larry Page.

New York – Google-Gründer Larry Page legt laut US-Medienberichten ein schnelles Tempo bei der Erneuerung des Internet-Giganten vor. Wenige Tage nach seinem Amtsantritt als Konzernchef krempelte Page die Führungsstruktur im Top-Management um, wie US-Technologieblogs am Freitag unter Berufung auf interne Informationen berichteten.

Das Ziel: Die einzelnen Bereiche sollen freier agieren können. Eine solche Umgestaltung passt zu dem erklärten Ziel von Page, dass Google wieder wendiger werden und Entscheidungen schneller herbeiführen soll. In der neuen Struktur halten sechs Spartenchefs den Rang eines «Senior Vice President», in dem sie direkt Page unterstellt sind, wie das Technologieblog der «Los Angeles Times» und der zum «Wall Street Journal» gehörende Fachdienst «All Things Digital» berichteten. Damit würden die Zuständigkeiten des scheidenden Produktchefs Jonathan Rosenberg auf viele Schultern verteilt. So liegt die Verantwortung für das mobile Geschäft künftig bei Andy Rubin, der bereits für die Entwicklung des Smartphone-Betriebssystems Android zuständig war. Das Kerngeschäft Internet-Suche führt demnach Alan Eustace. Susan Wojcicki zeichnet für die Werbe-Aktivitäten verantwortlich. Die Zuständigkeit von YouTube-Chef Salar Kamangar wurde den Berichten zufolge auf das gesamte Videogeschäft ausgeweitet.

Mehr Entscheidungsmacht für Managern
Den Zukunftsbereich Social, in dem Google mit dem weltgrössten Online-Netzwerk Facebook einen mächtigen Rivalen hat, soll Vic Gundotra voranbringen. Das Projekt Chrome – Googles Web-Browsers, auf dessen Basis auch ein Computer-Betriebssystem gebaut wird – liegt in der Hand von Sundar Pichai. Die Grundidee des Umbaus sei, den Managern mehr Macht für Entscheidungen zu geben und sie auch Risiken eingehen zu lassen, sagte ein Insider dem Blog der «Los Angeles Times». Page sei zufrieden damit gewesen, wie sich in den vergangenen Jahren Android und YouTube entwickelt hätten, die bereits mehr Freiheiten genossen hätten, hiess es. Zugleich stärke der Umbau die Führungsposition von Page. Unklar blieb, was die Beförderungen für die Position anderer Top-Manager wie des «Chief Business Officers» Nikesh Arora bedeuten. Page war am Montag nach zehnjähriger Pause an die Google-Spitze zurückgekehrt. Der bisherige Konzernchef Eric Schmidt ist Vorsitzender des Verwaltungsrates.

Google nähert sich bei ITA-Kauf einem Vergleich
Der Streit um die geplante Übernahme des US-Flugdatenanbieters ITA durch den US-Suchmaschinenriesen Google nähert sich laut einem Pressebericht einer Lösung. Google werde möglicherweise schon in wenigen Tagen einen Vergleich mit dem US-Justizministerium schliessen, berichtet das «Wall Street Journal Europe» unter Berufung auf eingeweihte Kreise.Die Vereinbarung sehe Zugeständnisse von Google an seine Konkurrenten vor. Mit diesem Vergleich könnte Google der Zeitung zufolge ein Gerichtsverfahren abwenden. Der Suchmaschinenbetreiber würde sich verpflichten, den Konkurrenten weiterhin ITA-Dienste zu fairen Preisen anzubieten. Gleichzeitig würde sich Google damit erstmals einer dauerhaften Teil-Überwachung durch die US-Kartellbehörden unterwerfen.

Auch Microsoft hat sich Gegner angeschlossen
Im vergangenen Dezember hatte sich Microsoft der breiten Front von Gegnern des Geschäfts angeschlossen. Microsoft nutzt die ITA-Daten, um die Reisesuche bei seiner Suchmaschine Bing zu bestücken. Auch die Gruppe FairSearch.org, zu der viele bekannte Namen aus der Reisebranche zählen, wollte die US-Wettbewerbshüter dazu bewegen, die Übernahme zu verbieten. Der Softwarespezialist ITA wertet Flugreise-Informationen aus und stellt die Daten zum Beispiel Reise-Websites wie Expedia zur Verfügung. Der Suchmaschinen-Primus will die US-Firma für 700 Millionen Dollar kaufen. (awp/mc/ps)

US-Justizministerium

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