Halbleiter-Branche hat zu volle Lager

Computerchips

Stamford – Die Halbleiter-Branche hat laut den Marktforschern von Gartner zu hohe Lagerbestände aufgebaut. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage und der Wahrscheinlichkeit, dass Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen niedriger als erwartet ausfallen, sei die Lagerreichweite bei Halbleitern im dritten Quartal 2011 auf einem besorgniserregend hohen Stand, heisst es in einer Studie. Daher rechnen die Experten zum Jahresende mit einer Korrektur der Lagerbestände.

Produktion und Abverkauf dürften sich erst wieder im zweiten Quartal kommenden Jahres grob ausgleichen, sagte Gartner-Analyst Gerald van Hoy. Die gut gefüllten Lager hätten über die Produktionsausfälle nach dem japanischen Erdbeben und dem Tsunami Anfang des Jahres hinweg geholfen. Nun sei es angesichts der Schwäche vieler Volkswirtschaften aber an der Zeit, die Vorräte wieder zu rationalisieren.

Geringere Produktion erwartet
Wegen des Lagerabbaus erwartet Gartner für die zweite Hälfte des laufenden und den Anfang des nächsten Jahres eine geringere Halbleiterproduktion. Erst kürzlich hatten die Marktforscher ihren Ausblick für den Halbleiter-Markt erneut gesenkt und rechnen statt mit einem Wachstum nun mit einer Stagnation der Umsätze in diesem Jahr.

Chipindustrie leidet unter Wirtschaftskrise
Die Chipindustrie hatte wie die meisten anderen Branchen unter der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten. Allerdings fand sie als frühzyklische Branche schneller als andere Industriezweige den Weg zurück auf die Erfolgsspur. Da die Entwicklung in der Chipindustrie in den vergangenen Jahren oft eine gute Indikation für die künftige Wirtschaftsentwicklung gab, wird die Branche von Experten mit besonders hohem Interesse verfolgt. (awp/mc/pg)

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