Kleinkrieg von HP und Oracle eskaliert

Léo Apotheker

HP-CEO Léo Apotheker.

Palo Alto – Die Stimmung zwischen den beiden Technologiekonzernen Hewlett-Packard und Oracle wird immer frostiger. Aus dem verbalen Schlagabtausch der vergangenen Monate drohen handfeste Gerichtsverfahren zu werden. HP forderte Oracle in einem Brief ultimativ auf, mit seiner Software weiterhin die verbreiteten Itanium-Prozessoren zu unterstützen. Diese Chips sind das Herz vieler grosser Firmenrechner von HP.

Es gebe rechtlich bindende Vereinbarungen, die Oracle gegenüber HP und den betroffenen 140.000 Kunden eingegangen sei, erklärte HP am Mittwoch. «Wir glauben, dass dies der gesetzwidrige Versuch ist, Kunden von der HP-Itanium-Plattform auf Oracle eigene Plattform zu drängen.» Oracle hatte den Grossrechner-Spezialisten Sun übernommen und versucht seitdem, den Firmenkunden seine Software samt der passenden Hardware zu verkaufen. Oracle entwickelt vor allem Datenbanken und ist Konkurrent der deutschen SAP.

Streit um unrühmlichen Abgang von Mark Hurd
Oracle hatte Mitte März angekündigt, die Unterstützung für den gemeinsam von HP und Intel entwickelten Server-Chip Itanium auslaufen zu lassen. Das war der bisherige Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen den beiden Konzernen. Die beiden einst guten Partner hatten sich über den unrühmlichen Abgang des damaligen HP-Chefs Mark Hurd zerstritten. Hurd ist ein Freund von Oracle-Chef Larry Ellison, der ihn flugs ins eigene Unternehmen holte und immer wieder gegen HP schoss.

Ellisons Groll
Auch der aus Deutschland stammende neue HP-Chef Léo Apotheker bekam Ellisons Groll zu spüren. Apotheker war zuvor Chef des Oracle-Erzrivalen SAP und wurde deshalb mit in einen Rechtsstreit zwischen den beiden Software-Firmen hineingezogen. Später bezichtigte HP einen zu Oracle gewechselten Manager, Firmengeheimnisse gestohlen zu haben und reichte Klage gegen den Mann ein.  (awp/mc/upd/ps)

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