Kudelski: Umsatz sinkt auf 896,6 Mio CHF

André Kudelski
Kudelski-CEO André Kudelski.

Kudelski-CEO André Kudelski.

Das vergangene Geschäftsjahr war kein leichtes für die Kudelski Gruppe. Vor allem das aktuelle Währungsgefüge mit dem starken Schweizer Franken und das schwierige volkswirtschaftliche Umfeld haben die Erfolgsrechnung tangiert. Das garstige Marktumfeld fordert auch bei den Aktionären seinen Tribut. Die Dividdendenzahlung wird für 2011 tiefer ausfallen.

Die Kudelski Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 896,6 Mio CHF erzielt, was einer Abnahme von 16,2% entspricht. Der EBITDA sank um 47,4% auf 91 Mio CHF, wie der Technologiekonzern am Donnerstag mitteilte. Der EBIT ohne Restrukturierungskosten betrug 35,3 Mio CHF, was 67,9% tiefer ist als im Vorjahr. Der ausgewiesene EBIT belief sich auf 25,4 Mio CHF. Der zurechenbare Verlust an die Aktionäre wird mit 18,1 Mio CHF ausgewiesen nach einem Gewinn von 65,7 Mio CHF im Vorjahr. Unter dem Strich erlitt das Unternehmen einen Verlust von 17,7 (VJ Gewinn 66,7) Mio CHF. Der operative Cash Flow betrug 86,7 Mio CHF. Im Vorjahr beliefen sich die flüssigen Mittel noch auf 149,1 Mio CHF.

Alle Segmente mit tieferem Umsatz

Die Ergebnisse seien von Wechselkurseinflüssen negativ geprägt gewesen. Der schwache Euro und US-Dollar belasteten den Umsatz mit 121,7 Mio CHF und den EBIT mit 46,5 Mio CHF. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat das Unternehmen die Markterwartungen beim Gewinn und Umsatz verfehlt, hingegen beim EBIT übertroffen. Analysten hatten durchschnittlich (AWP-Konsens) mit einem Reinergebnis nach Minderheiten von 9,0 Mio CHF, einem EBIT von 31,1 Mio und einem Umsatz von 987,7 Mio CHF gerechnet.

Dividende um zwei Drittel gekürzt
Das Digital-TV-Segment habe am meisten zur Umsatzeinbusse beigetragen. Der wichtigste Bereich der Gruppe musste einen Umsatzrückgang von knapp 129 Mio CHF auf 555,5 Mio CHF hinnehmen. Auch das Segment Middleware & Advertising verzeichnete einen Umsatzrückgang von gut 19 Mio CHF auf 107,0 Mio CHF. Der Umsatz im Unternehmensbereich Public Access nahm um gut 13 Mio auf 211,4 Mio CHF ab. Den Aktionären soll je Inhaberaktie eine Dividende von 0,10 CHF (0,30) und von 0,01 CHF (0,03) je Namenaktie ausgeschüttet werden. Die Ausschüttung soll gemäss CEO André Kudelski ein positives Signal in schwierigen Zeiten sein. Definitiv darüber entschieden werde an der Generalversammlung vom 15. Mai.

Restrukturierungsprogramm im Plan
Im laufenden Jahr rechnet Kudelski mit einem Umsatz zwischen 830 bis 855 Mio CHF sowie einem EBIT von 35 bis 50 Mio CHF. Zudem sei das Restrukturierungsprogramm auf gutem Wege. Die geplanten 90 Mio CHF Einsparungen pro Jahr würden sich im zweiten Semester 2012 entfalten. Im Rahmen der Umstrukturierung werden die beiden Segmente Digital TV und Middleware & Advertising zudem nur noch als ein Unternehmensbereich ausgewiesen. Ferner werden die neuen Geschäftsfelder Internet TV, Cybersecurity und Intellectual Property gemäss Unternehmensaussagen 2012 nur einen kleinen Beitrag zur Gruppe leisten. Die Gruppenleitung verspricht sich von diesen Bereichen aber in Zukunft reichlich Wachstum.

Deiss als Türöffner
Zudem schlägt der Verwaltungsrat den vormaligen Bundesrat Joseph Deiss als neuen Verwaltungsrat vor. Gruppenchef André Kudelski begründet den Personalvorschlag auf Anfrage mit dem guten Beziehungsnetz des ehemaligen Spitzenpolitikers: «Er besitzt ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz und verfügt über ein tiefes wirtschaftliches Verständnis. Er soll für die Kudelski-Gruppe auch als Türöffner fungieren, besonders in Schwellenländern.» Deiss war bereits im VR von Open TV. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.