Bei Logitech klingeln die Kassen im Weihnachtsquartal wie noch nie

Darrell Bracken
Logitech-CEO Darrell Bracken. (Foto: Logitech)

Lausanne – Der Computerzubehörhersteller Logitech hat im Weihnachtsquartal so viel verkauft wie noch nie. Umsatz und Gewinn erreichten neue Rekordhöhen und übertrafen selbst die optimistischsten Erwartungen. Nun legt Logitech die Ziellatte für das Gesamtjahr höher.

In den Monaten September bis Dezember konnte das westschweizerisch-amerikanische Unternehmen den Umsatz um 6,4 Prozent auf 864,4 Millionen Dollar steigern. Wachstumstreiber waren einmal mehr die Produkte für Gamer, einfache Videokonferenzsysteme (Video Collaboration) und Tastaturen, die alle zweistellige Steigerungsraten zeigten.

Dank dem Tritt auf die Kostenbremse schoss der Betriebsgewinn EBIT (Non-GAAP) im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende Dezember) gar um 22 Prozent auf 143,2 Millionen Dollar nach oben, wie Finanzchef Vincent Pilette am Dienstag in einer Telefonkonferenz erklärte. Zudem war das Vorjahresquartal von vorübergehenden Kosten in Verteilzentren in Amerika belastet worden.

Erwartungen weit übertroffen
Unter dem Strich klingelten im wichtigsten Quartal des Jahres die Kassen. Der Reingewinn kletterte um knapp 40 Prozent auf 112,8 Millionen Dollar.

Damit hat Logitech die Erwartungen der Finanzgemeinde deutlich übertroffen. Nicht einmal die optimistischsten Analysten hatten mit so einem hohen Ergebnis gerechnet.

An der Schweizer Börse startete die Aktie mit Gewinnen, wurde aber am Nachmittag von der schwächeren US-Technologiebörse Nasdaq in die Verlustzone gezogen.

Gamer als Wachstumstreiber
Konzernchef Bracken Darrell zeigte sich sehr zufrieden mit den Rekordresultaten: Der Gamingmarkt werde immer aufregender. Sowohl bei Produkten für PC-Spieler als auch bei Astro-Kopfhörern für Gamer steige die Nachfrage, obwohl das Überlebensspiel Fortnite vor einem Jahr die Kopfhörerverkäufe schon angekurbelt hatte.

Dagegen gab es einen leichten Rückgang bei Steuerrädern für Rennautos oder Steuerapparaturen für Traktoren. Diese hatten im letzten Jahr vom Start mehrerer Rennspiele profitiert. Das Gamingzubehör ist die mit Abstand grösste Sparte und konnte den Umsatz um knapp ein Viertel steigern.

Auch die Verkäufe von Tastaturen nahmen zweistellig zu, nachdem die Sparte im Vorjahr noch einen leichten Rückgang hatte hinnehmen müssen. Bei Zubehör für Tablets und andere Geräte klettere der Umsatz um über ein Drittel. Das starke Wachstum sei mehreren Produktinnovationen zu verdanken, die neu auf den Markt gekommen seien, hiess es.

Bei den einfachen Videokonferenzsystemen erzielte Logitech ein weiteres Rekordquartal mit einem Umsatzplus von beinahe zwei Dritteln. Auch die Sparte Audio & Wearables verbesserte sich um fast ein Fünftel.

Weniger Fernbedienungen verkauft
Dagegen brach bei den Produkten für das vernetzte Heim wie etwa Fernbedienungen der Umsatz um die Hälfte ein. Obwohl man längerfristig Chance im dem Gebiet sehe, sei man vorsichtig, wie man die Ressourcen auf kurze Sicht verwende.

Auch der Absatz von mobilen Lautsprechern sackte um über ein Drittel ab. Man habe ältere Produkte aus dem Sortiment genommen und durch die neuen Boom 3-Lautsprecher ersetzt, hiess es.

Das sei das Gute am Logitech-Geschäftsmodell mit der breiten Produktepalette, sagte Darrell. Eine Schwäche bei gewissen Produkten werde durch Wachstum bei anderen Produkten aufgefangen.

Das gleiche gelte auch bei den Regionen. Im dritten Quartal schwächelte der Absatz auf dem amerikanischen Kontinent, während er in Europa anzog. In Asien legten die Verkäufe kräftig zu.

Ziele erhöht
Angesichts der Rekordergebnisse schraubt Logitech die Ziele nach oben: «Auf der Grundlage dieser starken Leistung erhöhen wir unseren Gewinnausblick für das Gesamtjahr», erklärte Darrell.

Neu peilt Logitech einen EBIT (Non-GAAP) zwischen 340 und 345 Millionen Dollar an. Bislang waren 325 bis 335 Millionen Dollar das Ziel gewesen. Der Umsatz soll weiterhin um 9 bis 11 Prozent in Lokalwährungen wachsen.

Mit Gegenmassnahmen wie Preishöhungen könne man die Einbussen durch den Handelsstreit der USA mit China ausgleichen. Auswirkungen durch den Verwaltungsstillstand in den USA durch liegen gebliebene Lieferungen in den Häfen, spüre man nicht, sagte Finanzchef Pilette. (awp/mc/ps)

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