Mobilezone überrascht trotz Gewinneinbruch die Anleger

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(Foto: Mobilezone)

Rotkreuz – Der Handyanbieter Mobilezone hat im ersten Semester 2020 wegen der Coronakrise über 60 Prozent an operativem Gewinn eingebüsst. Der Markt zeigt sich dennoch erfreut.

Denn einerseits lagen die Umsatzzahlen trotz achtwöchiger Ladenschliessungen wegen der Viruspandemie höher als im Vorjahr, andererseits erhält die Firma prominenten Zuwachs im Verwaltungsrat.

Swantee neuer VRP
Der frühere Sunrise-CEO Olaf Swantee soll bei Mobilezone Verwaltungsratspräsident werden. Der Manager, der nach der gescheiterten Übernahme von UPC Anfang Jahr von seinem Posten bei Sunrise zurücktrat, wird den Delegierten der Generalversammlung des Handyanbieters zur Wahl vorgeschlagen, wie es in der Mitteilung zu den Halbjahreszahlen von Mobilezone am Freitag hiess.

Der Markt reagierte positiv auf diese Nachricht. „Wir halten die Ernennung des ehemaligen Sunrise-CEO Olaf Swantee zum Chairman für einen sehr guten Schritt, da er sich in der Branche sehr gut auskennt“, hiess es in einem Kommentar von Vontobel. Die Aktien von Mobilezone schlossen am Freitag mit einem Plus von 12 Prozent auf 9,06 Franken.

Wachstum dank Zukauf
Zudem hat die Coronakrise Mobilezone offenbar weniger stark auf den Umsatz gedrückt als in Finanzkreisen im Voraus vermutet wurde: Obwohl das Unternehmen rund ein Drittel seiner Läden während 8 Wochen schliessen musste, stieg er um 5,1 Prozent auf 597,4 Millionen Franken an.

Das Umsatzwachstum sei allerdings auch dank des Zukaufs der SH Telekommunikation in Deutschland erfolgt, betonte Mobilezone-Chef Markus Bernhard in einer Telefonkonferenz am Freitag. Die SH Telekommunikation bündelt unterdessen die deutschen Online-Aktivitäten unter dem neuen Namen Powwow. Diese Unternehmenssparte hat von Januar bis Juni 209 Millionen Franken zum Umsatz von total 597,4 Millionen Franken beigetragen.

Nun wolle Mobilezone in Deutschland aber vorerst organisch weiterwachsen, so der Manager. „Wir sind in Deutschland in der Konsolidierungsphase und planen hier mittelfristig, also für die nächsten ein bis zwei Jahre, keine Zukäufe.“

In der Schweiz hingegen sieht das anders aus: „Wir sind offen für Zukäufe im E-Commerce-Bereich, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet“, so Bernhard. In Österreich sei hingegen nicht geplant, das Geschäft weiter auszubauen.

Mobilezone bestätigte das EBIT-Ziel für das gesamte Jahr 2020. Der operative Gewinn soll wie bereits im Mai angekündigt zwischen 38 und 43 Millionen Franken betragen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen zudem einen EBIT von 61 bis 66 Millionen erzielen. (awp/mc/pg)

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