SAP (Schweiz) steigert Umsatz in 2013 um um 8,6%

Stephan Sieber

Stephan Sieber, Managing Director der SAP Schweiz.

Regensdorf – Die im Bereich Unternehmenssoftware tätige SAP (Schweiz) ist im Geschäftsjahr 2013 weiter gewachsen. Der Gesamtumsatz von rund 795 Mio CHF liegt 8,6% über dem Vorjahreswert. Dabei stieg der Produktumsatz (Software und Software-bezogene Services) mit «fast 9%» auf rund 600 Mio CHF in ähnlicher Grössenordnung. SAP ist damit in der Schweiz rund dreimal schneller gewachsen als der Markt, teilt die Tochter des deutschen Softwarekonzerns mit.

Das Neugeschäft mit Softwarelizenzen lag mit einem Umsatzplus von fast 20% ebenfalls deutlich über dem Marktwachstum, heisst es. Auf grosses Interesse stiessen dabei den Angaben zufolge neben der In-Memory-Technologie SAP HANA insbesondere Lösungen auf Cloud-Basis und mobile Anwendungen.

Erfolgreiches Beratungsgeschäft
«Äusserst erfreulich» entwickelte sich im vergangenen Jahr auch das Beratungsgeschäft. Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang konnten in den vergangenen Monaten signifikant gesteigert werden; konkrete Zahlen teilt SAP allerdings nicht mit. «2013 war für SAP Schweiz ein äusserst zufriedenstellendes Jahr. In allen wesentlichen Geschäftsfeldern konnten wir unsere Erwartungen erfüllen oder gar signifikant übertreffen», wird Stephan Sieber, Managing Director der SAP Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Die Zahl der Mitarbeitenden in der Schweiz verharrte mit 616 per Ende 2013 auf dem Niveau von 2012.

SAP verschiebt für Cloud-Offensive Margenziel nach hinten
Die Muttergesellschaft SAP gab am Dienstag bekannt, dass sie ihren Marktanteil im Cloudgeschäft ausweiten will und dafür zwischenzeitlich niedrigere Margen in Kauf nimmt. Die bislang für 2015 angepeilte operative Marge von 35 Prozent werde SAP erst im Jahr 2017 erreichen, sagte Unternehmenschef Bill McDermott. Es habe noch kein Unternehmen gegeben, welches den Schritt in die Software-Vermietung über das Internet gegangen wäre, ohne zwischenzeitlich bei Umsatz und Gewinn zurückzustecken, ergänzte sein Co-Chef Jim Hagemann Snabe.

Auch für das laufende Jahr gibt sich der im Dax notierte Konzern vorsichtiger. Nach einem Schub des währungsbereinigten Umsatzes mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen von elf Prozent im vergangenen Jahr kündigte SAP für 2014 nur noch Zuwächse von sechs bis acht Prozent an. Damit würde eine lange Serie reissen. SAP war über mehrere Jahre stets prozentual zweistellig gewachsen. Das kräftigere Plus im Vorjahr resultierte aber auch aus der Übernahme der IT-Einkaufsplattform Ariba. Der bereinigte operative Gewinn soll 2014 dennoch zulegen – von zuletzt 5,51 Milliarden Euro auf 5,8 bis 6,0 Milliarden Euro.

Cloud-Anteil am Gesamtumsatz soll deutlich steigen
Der Softwarekonzern steckt in einer Übergangsphase. Während das neue Geschäft mit Softwarevermietung über das Internet (Cloud) wächst, geht der Lizenzumsatz zurück. Neben der verhaltenen Nachfrage in Asien und grossen Teilen Europas liegt dies auch am Wandel der Branche. Einige Kunden bevorzugen Mietsoftware über das Internet im Vergleich zu traditionell vor Ort installierten Programmen. In der Folge stagniert oder schrumpft das Stammgeschäft mit Lizenzen.

Mit Cloud-Produkten geht es dagegen rasch aufwärts. Doch bisher hat dieses Geschäft eine deutlich niedrigere Marge. Den Cloud-Umsatz wollen die Walldorfer in den nächsten zwei Jahren auf zwei Milliarden Euro verdoppeln. 2017 soll er 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro betragen und damit seinen Anteil am Gesamtumsatz von derzeit 5 Prozent auf 15 Prozent ausbauen. Insgesamt will SAP 20 Milliarden Euro im Jahr 2015 umsetzen und zwei Jahre später mindestens 22 Milliarden Euro.

Hana und Cloud gleichen schrumpfendes Lizenzgeschäft aus
Im vergangenen Jahr steigerte SAP den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 16,82 Milliarden Euro. Dabei litt SAP unter negativen Währungseffekten. Ohne den starken Euro wäre das Wachstum doppelt so hoch ausgefallen. Die superschnelle Datenbank Hana legte währungsbereinigt im Gesamtjahr um 69 Prozent auf 664 Millionen Euro zu. Der andere Hoffnungsträger, das Cloud-Geschäft, konnte den Umsatz mit Abonnements und Support mehr als verdoppeln. Beide zusammen glichen das schrumpfende Kerngeschäft mit Lizenzen aus. Im wichtigen vierten Quartal, in dem Unternehmen ihre IT-Budgets ausschöpfen, konnte SAP trotz seiner Wachstumstreiber nur um zwei Prozent zulegen. Das schlägt sich auch im Gesamtjahr nieder. (awp/mc/pg)

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