Swico investiert in Seltene Erden und Kreislaufwirtschaft

Swico investiert in Seltene Erden und Kreislaufwirtschaft
Judith Bellaiche, Geschäftsführerin von Swico. (Foto: © Thomas Entzeroth)

Zürich – Der Innovationsfonds von Swico erhält auch in der zweiten Runde viel Beachtung: Sechs Projekte wurden eingereicht, zwei davon mit insgesamt 99’000 Franken gefördert. Ein Projekt visiert die Rückgewinnung Seltener Erden an, das andere die Wiederverwendung von Geräten.

Der Swico Innovationsfonds wurde 2019 geschaffen, um – im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Hersteller und Importeure – die Quantität und die Qualität des Recyclings von IT- und Büro-Elektroaltgeräten zu erhöhen. Im April 2020 wurde innovatives Toner-Recycling prämiert – bereits befindet sich die neue Anlage im Bau und nimmt im November den Testbetrieb auf.

Beim zweiten Projekt, das vom Innovationsfonds im April 2020 unterstützt wurde, ging es um Abklärungen zur Machbarkeit von Kobaltrückgewinnung in Zusammenhang mit Mini-Lithiumbatterien. Die Tests bei Solenthaler Recycling AG haben inzwischen gezeigt, dass diese Rückgewinnung grundsätzlich machbar ist – und aufgedeckt, dass im dabei entstehenden Mahlgut neodymhaltige Magnete zugänglich werden. Neodym gehört zu den Seltenen Erden, deren Rückgewinnung gemäss einer BAFU-Studie von 2011 und dem erläuternden Bericht zum neuen VREG-Entwurf erste Priorität geniesst. Um vertieft abzuklären, ob und wie die Rückgewinnung beider Rohstoffe vertretbar ist, hat der Swico Innovationsfonds hierfür einen zusätzlichen Unterstützungsbeitrag von CHF 24’000 gesprochen. Resultate werden per Anfang 2021 erwartet.

Wiederverwenden vor Verwerten
Mit 75’000 Franken unterstützt der Swico Innovationsfonds ein Projekt der Firma le Bird: In einer Studie soll das Potenzial zur Wiederverwendung von Laptops, Flat-TVs, Handys und gegebenenfalls weiterer Geräte evaluiert werden. In einem ersten Schritt sollen dabei die Bedürfnisse der Branche sowie Chancen und Risiken erfasst werden.

Hintergrund sind der gesellschaftliche und politische Wunsch, Geräte lieber weiter zu verwenden als zu verwerten: Die EMPA hatte bereits 2018 im Auftrag des BAFU eine erste Studie zu ökologischen und ökonomischen Aspekten der Wiederverwendung von einzelnen Geräten durchgeführt. Bei elektronischen Geräten, bei denen der grösste Teil der Umweltbelastung in der Produktion erfolgt, wurde die Wiederverwendung als ökologisch sinnvoll beurteilt. Die ökonomische Sinnhaftigkeit, d.h. die Bereitschaft eines Käufers, ein Secondhand-Gerät zu erwerben, hängt stark von der Qualität und vom Verkaufspreis ab. Die Studie deckte die Frage jedoch nicht ab, welche Menge an Geräten, die in den Recyclingstrom von Elektro- und Elektronik-Altgeräten gelangen, tatsächlich wiederverwendbar/marktfähig wären. Dies soll jetzt erforscht werden,

Falls eine erste Prüfung von Le Bird positiv ausfallen sollte, würden in einem zweiten Schritt in einem Zerlegebetrieb stichprobenmässig zur Wiederverwendung geeignete Geräte erfasst, kategorisiert und dokumentiert werden. Augenmerk läge dann auf Funktionstüchtigkeit, Datensicherheit und Entwicklung eines Second-Hand-Online-Shops, mit entsprechendem Pflichtenheft. Geräte werden in dieser Abklärungs- und Testphase KEINE verkauft, da dazu aktuell die nötigen Richtlinien fehlen und die Verträge mit Swico Recycling einen Wiederverkauf ausschliessen. Das Projekt wird von einem Experten der EMPA begleitet.

Heinz Böni, bei EMPA für die Studie verantwortlich, schätzt die Zusage des Swico Innovationsfonds: «Mit dem Innovationsprojekt von LeBird wird die BAFU-Studie um einen wichtigen Aspekt ergänzt. Das Projekt ermöglicht, das tatsächliche Wiederverwendungs-Potenzial einiger ausgewählter Geräte besser abschätzen zu können. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns darauf, das Projekt zu begleiten.»

Auch Roger Gnos, Beiratsvorsitzender des Swico Innovationsfonds, ist sehr zufrieden mit der zweiten Runde der Evaluierungen: «Die eingereichten Projekte zeigen, dass die Recyclingbranche der Schweiz innovativ und initiativ unterwegs ist. Das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit und eine bessere Kreislaufwirtschaft ist gross – und auch die Bereitschaft, hier in Vorleistung zu gehen.»

Swico setzt damit mit dem Innovationsfonds weitere Impulse im Bereich E-Waste-Recycling und wird über die Ergebnisse der Studien zu gegebener Zeit berichten. Die nächste Einreichefrist für Innovationsprojekte ist der 15. Februar 2021. (Swico/mc/ps)

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