U-blox verdient 2019 deutlich weniger

Thomas Seiler
u-blox-CEO Thomas Seiler. (Foto: u-blox)

Thalwil – Der Halbleiterhersteller U-blox hat im vergangenen Jahr 2019 einen leichten Umsatzrückgang ausgewiesen. Höhere Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Investitionen belasteten den Gewinn deutlich. Vom Ausbruch des Coronavirus sei man in der eigenen Produktion bisher nicht direkt betroffen. Die Lage berge jedoch grosse Unsicherheiten.

Der Umsatz ging 2019 insgesamt um 2,1 Prozent auf 385,1 Millionen Franken zurück. In Asien stieg der Umsatz allerdings um 5,0 Prozent auf 145,6 Millionen Franken, wie das Thalwiler Unternehmen am Freitag mitteilte.

Absatzerholung in China
Insbesondere die Nachfrage aus dem Automobilbereich und der Industrie sei solide gewesen, und in China habe sich der Absatz mit +16 Prozent erholt. Auch Japan habe gutes Wachstum gezeigt. Demgegenüber habe man sich von einem grösseren Kunden in Taiwan getrennt, der nicht die von U-blox geforderten Standards eingehalten habe, hiess es.

Der Anstieg in Asien wurde durch Rückgänge in EMEA (Europa/Naher Osten/Afrika; -5,6% auf 119,3 Mio Fr.) und Amerikas (-5,7% auf 119,2 Mio) mehr als ausgeglichen. Hier hätten die Handelsbeschränkungen und der Zollstreit zwischen den USA und China weiter die Investitionsneigung und das Wachstum gebremst. Als Wachstumsbereiche hätten sich etwa Mikro-Mobilität, E-Fahrzeuge oder Solarstrom-Konverter erwiesen.

Hohe Kosten belasten
Beim Betriebsgewinn (EBIT) wurde ein Minus von 54 Prozent auf 22,1 Millionen Franken verbucht. Die Marge ging damit auf 5,7 von 12,3 Prozent im Vorjahr zurück. Das Unternehmen verweist insbesondere auf die höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung und die Investitionen in neue Produkte als Gründe für den Ergebnisrückgang. Unter dem Strich tauchte der Reingewinn um 66 Prozent auf 12,9 Millionen Franken.

Tiefere Dividende
U-blox will daher auch lediglich eine Dividende von 0,60 Franken pro Aktie auszahlen. Im Vorjahr hatten die Aktionäre noch 1,60 Franken erhalten.

Die Guidance hatte das Unternehmen bereits im vergangenen August gesenkt. Mit den nun vorgelegten Zahlen hat U-blox die Erwartungen der Finanzgemeinde bei Umsatz und Reingewinn nicht ganz erreicht und auch die Dividende wurde höher erwartet. Die Analysten hatten laut AWP-Konsens mit einem Umsatz von 386,1 Millionen Franken und einem EBIT von 20,0 Millionen gerechnet. Beim Reingewinn wurden 13,5 Millionen erwartet und die Dividende wurde bei 0,79 Franken gesehen.

Für 2020 peilt U-blox einen Umsatz von 380 bis 440 Millionen Franken an. Der EBITDA soll eine Grössenordnung von 40 bis 80 Millionen erreichen und der EBIT 0 bis 30 Millionen.

Coronavirus prägt Geschäft zu Jahresbeginn
Der Jahresstart sei vom Ausbruch des Coronavirus in China geprägt worden, hiess es weiter. Die Lage sei durch Unsicherheit geprägt, weshalb die Spanne der Guidance weiter als üblich gefasst worden sei. Man beobachte die Entwicklung sehr aufmerksam.

Die Produktion von U-blox sei aber nicht direkt betroffen, und man verfüge über ausreichende Lagerbestände, so U-blox. Zum Schutz der Mitarbeitenden habe man entsprechende Massnahmen getroffen. (awp/mc/pg)

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