Vodafone erfüllt die Erwartungen

Vittorio Colao
Vittorio Colao, abtretender Vodafone-CEO.

Vittorio Colao, CEO Vodafone.

London – Der weltgrösste Mobilfunkkonzern Vodafone hat im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende März) vom starken Auslandsgeschäft und dem Boom des mobilen Internets profitiert. Guten Geschäften in den USA, der Türkei und Indien standen allerdings empfindliche Rückgänge der Mobilfunkausgaben in den konjunkturell angeschlagenen Ländern Spanien, Italien und Griechenland gegenüber. Um dies wettzumachen, versucht das Unternehmen das Geschäft mit dem mobilen Internet weiter voranzutreiben, wie Vodafone am Dienstag in London mitteilte.

Die Nutzung des Datenstroms über Smartphones von Herstellern wie Apple oder Samsung Electronics ist für sämtliche Telekomunternehmen der Strohhalm, an dem sie sich in Zeiten allgemeiner Umsatzrückgänge festhalten. An der Londoner Börse stieg die Vodafone-Aktie um 1,64 Prozent auf 167,75 Pence und gehörte damit zu den festeren Werten im FTSE 100-Index .

Die Welle des Datenbooms reiten
«Unsere Geschäftsentwicklung und Fähigkeit, Grösseneffekte auszuspielen bleibt stark. Daher können wir in den meisten Ländern Marktanteile halten und hinzugewinnen und dort den Rückgang der operativen Margen verlangsamen», sagte Konzernchef Vittorio Colao. Er will die Welle des Datenbooms weiter reiten. Im vergangenen Jahr wechselte Vodafone zu Tarifen, welche klar vom jeweiligen Datenkonsum abhängen.

Umsatz legt zu – Gewinn geht leicht zurück
Der Umsatz legte im vergangenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 46,4 Milliarden Britische Pfund (57,4 Mrd Euro) zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) schrumpfte hingegen wegen hoher Kosten für Umstrukturierungen leicht auf 14,5 Milliarden Pfund. Damit erfüllte Vodafone die Markterwartungen. Unterm Strich verbuchte der Konzern ein Minus von 14 Prozent auf 7,55 Milliarden Pfund. Colao gab einen eher pessimistischen Einblick in die künftige Geschäftsentwicklung. Wegen des weiterhin schwierigen Marktumfeldes in Europa werde der freie Barmittelzufluss, der im vergangenen Jahr von 7 auf 6,1 Milliarden Pfund gesunken war, auf 5,3 bis 5,8 Milliarden Pfund zurückgehen.

In Grossbritannien versucht Vodafone mit einem 1,04 Milliarden Pfund schweren Angebot, den Festnetzbetreiber Cable & Wireless Worldwide zu übernehmen. Mit dessen Glasfasernetz will Vodafone die vom Datenstrom stark in Anspruch genommenen Mobilfunknetze entlasten. (awp/mc/pg)

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