Starthilfe für den Artenschutz – Goldauer Bartgeierküken wieder mit Eltern vereint

Starthilfe für den Artenschutz – Goldauer Bartgeierküken wieder mit Eltern vereint
Das Bartgeierküken ist jetzt wieder mit seinen Eltern vereint. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

Goldau – Dieses Jahr haben die in der Natur gefährdeten Bartgeier im Natur- und Tierpark Goldau ein Ei gelegt. Das Küken brauchte beim Schlupf jedoch Hilfe und hat dank der zeitweiligen Unterbringung im Brutkasten überlebt. Jetzt ist es wieder mit seinen Eltern vereint.

Der Natur- und Tierpark Goldau hat eine lange Tradition in der Zucht und Auswilderung von Bartgeiern – inzwischen brüten in Italien, Frankreich und Österreich Tiere in der Natur, welche in Goldau geschlüpft sind. So hat das Bartgeier-Paar Mascha (35) und Hans (32) schon für einigen Nachwuchs gesorgt. In den letzten Jahren wollte es jedoch nicht mehr funktionieren. Jeweils um den Schlupftermin (52-54 Tage nach der Eiablage) herum verstarb das Jungtier. Warum dies geschah, war aus der Ferne nicht ersichtlich. Deshalb entschieden sich die Mitarbeitenden des Natur- und Tierparks dieses Jahr dazu, das Ei die letzten Tage im Brutschrank auszubrüten, um eine bessere Kontrolle zu gewährleisten.

Ein schwerer Start
Schon am fünfzigsten Bruttag pickte das Küken das Ei von innen an. Vom ersten Anpicken bis zum Schlupf sollte es dann noch 24 bis 48 Stunden dauern. Leider kam das Küken in den nächsten 36 Stunden nicht mehr weiter und schien im Ei festzustecken. Dies war der Zeitpunkt, um einzugreifen und das Küken aus seiner misslichen Lage zu befreien. Dies gelang – das Küken war aber noch sehr schwach. Nach einigen Stunden Erholung konnte es mit der Unterstützung der Tierärzte zum ersten Mal fressen. Am folgenden Tag konnte es den Kopf bereits etwas heben und frass auch gut. So wurde das Küken immer kräftiger, bis es allein nach Futter bettelte.

Wiedervereinigung
Um das Küken möglichst natürlich aufzuziehen und eine Fehlprägung auf den Menschen zu vermeiden, war von Anfang an klar, dass das Küken bei den Eltern aufwachsen muss. Als man das Ei aus dem Nest nahm, wurde es durch ein Kunstei aus Gips ersetzt. Das Bartgeierpärchen nahm dieses ohne Probleme an und brütete weiter. Als das Küken fit genug war, wurde es wieder mit dem Kunstei ausgetauscht. Der Bruttrieb bei den Bartgeiern ist so stark, dass sie das Küken ohne Probleme annahmen. Inzwischen kümmern sich die Eltern hingebungsvoll um das Jungtier.

Wichtig für den Artenschutz
Zusammen mit der Bildung, Forschung und dem Naturschutz ist der Artenschutz die wichtigste Aufgabe eines modernen Tierparks. So ist der Natur- und Tierpark Goldau in vielen internationalen Zuchtprogrammen aktiv und wildert jedes Jahr eine gewisse Anzahl seiner Jungtiere aus. Dazu gehört schon seit vielen Jahren auch der Bartgeier. Einst in der Schweiz ausgestorben, leben heute dank Zoos und Tierparks wieder etwa 220 Bartgeier in den Alpen. Wo das diesjährige Jungtier hingeht oder wo es in Zukunft ausgewildert wird ist noch nicht klar. Dies wird mit dem internationalen Erhaltungszuchtprogramm koordiniert. (mc/pg)

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