US-Schluss: Verluste vor der Notenbank-Konferenz

Boerse

New York – Vor der Notenbank-Konferenz von Jackson Hole haben Anleger am Donnerstag an der Wall Street das Risiko zurückgefahren. Vor allem im Späthandel kamen die Kurse etwas stärker unter Druck, zumal fordernde Stimmen aus dem Umfeld der Fed nach baldigen Straffungen kamen. Der Dow Jones Industrial verlor am Ende 0,54 Prozent auf 35 213,12 Punkte. Er ist damit wieder mehr als 400 Zähler von seinem bisherigen Rekord entfernt.

Unter den übrigen Indizes konnten weder der S&P 500 noch der Nasdaq 100 ihre jüngsten Rekordserien fortsetzen: Der marktbreite S&P-Index schloss 0,58 Prozent tiefer bei 4470,00 Punkten. Für den technologielastigen Nasdaq-Auswahlindex ging es um 0,59 Prozent auf 15 278,52 Zähler bergab.

Bereits an den beiden Vortagen waren die Anleger vor der Konferenz von Jackson Hole mit einer am Freitag erwarteten Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell nur noch begrenzt Risiken eingegangen. Am Donnerstag erneuerten einige Fed-Mitglieder ihren Standpunkt, dass eine baldige Rückführung der Anleihekäufe angebracht sei.

Dass Powell konkrete Aussagen zu einer erwogenen geldpolitischen Straffung macht, gilt aber unter Beobachtern angesichts der angespannten Corona-Lage als eher unwahrscheinlich. Viele rechnen damit, dass er am Freitag eher wenig sagen wird, um der US-Notenbank für konkretere Ankündigungen noch etwas Zeit zu geben.

Unter den Einzelwerten gab es einige Quartalszahlen zu verarbeiten, die Licht und Schatten zu bieten hatten. Unter anderem der Software-Sektor stand im Fokus mit dem SAP-Rivalen Salesforce , der auch im zweiten Geschäftsquartal mit guten Geschäften überzeugte und die Jahresprognosen erneut erhöhte. Nach einem Anstieg um bis zu 5,5 Prozent verteidigten die Papiere an der Dow-Spitze immerhin ein Plus von 2,7 Prozent.

Das erst 2020 an die Börse gegangene Software-Unternehmen Snowflake konnte die Salesforce-Aktie nach starken Geschäftszahlen mit einem Kursanstieg um 7,6 Prozent übertrumpfen. Auf der Schattenseite der Branche tauchten jedoch die Anteilscheine von Autodesk auf, die um 9,4 Prozent absackten. Der CAD-Softwarehersteller hatte mit seinem Gewinnziel für das dritte Quartal enttäuscht.

Positives und Negatives gab es auch im Einzelhandelssektor zu vermelden. Aus diesem zogen die Aktien des Haushaltswaren-Händlers Williams-Sonoma um 9,3 Prozent an, weil dieser seine Prognosen erhöhte und die Aktionäre durch eine attraktive Quartalsdividende und Aktienrückkäufe bei Laune halten will.

Dem gegenüber sackten die Titel der Discounter Dollar Tree und Dollar General nach Zahlen um 12,1 beziehungsweise 3,8 Prozent ab – hier enttäuschten jeweils die Aussagen zu den Jahreszielen. Düsterer wurde es auch für die Aktionäre des Textilhändlers Abercrombie & Fitch mit einem Kursrutsch um 10,4 Prozent, auch dieser wurde mit dem Quartalsbericht in Zusammenhang gebracht.

Vom Kosmetikkonzern Coty kamen Nachrichten dagegen besonders gut an, die Titel rückten um fast 15 Prozent vor. Die Quartalszahlen überzeugten zwar nicht, der diesjährige Umsatzausblick liess aber auf Besserung hoffen. Ausserdem will das Unternehmen vorankommen mit einem Teil-Börsengang des Brasilien-Geschäfts.

Nach mehreren Tagen der Stärke gab der Euro im Verlauf etwas nach. In der Spitze zu 1,1779 Dollar gehandelt, wurden zuletzt nur noch 1,1754 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1767 (Mittwoch: 1,1736) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8498 (0,8521) Euro.

US-Anleihen fielen nach einer Renditerally bis auf 1,37 Prozent im frühen Tagesverlauf zuletzt wieder auf ihr Vortagsniveau zurück. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) lag zuletzt nur knapp mit 0,04 Prozent im Minus bei 133,58 Punkten. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen betrug damit 1,35 Prozent. (awp/mc/pg)

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