US-Schluss: Dow leidet unter Disney – Nasdaq fester

Boerse

New York – Die wichtigsten US-Aktienindizes haben nach den jüngsten Verlusten am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Für den Leitindex Dow Jones Industrial ging es angesichts des Kursrutsches von Walt Disney letztlich um 0,44 Prozent auf 35 921,23 Punkte bergab – der Unterhaltungsriese hatte enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt.

Dagegen konnte sich der marktbreite S&P 500 mit einem Plus von 0,06 Prozent auf 4649,27 Punkte etwas stabilisieren. Noch etwas besser hielten sich Technologiewerte, die zur Wochenmitte abermals unter Inflationssorgen gelitten hatten: Der Auswahlindex Nasdaq 100 schloss 0,29 Prozent fester bei 16 032,47 Zählern. Am Mittwoch hatte der hohe Anstieg der Verbraucherpreise im Oktober Sorgen vor einer baldigen Straffung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Fed geschürt, die insbesondere auf den hohen Bewertungen vieler Tech-Unternehmen lasten würde.

Mit einem Minus von letztlich gut sieben Prozent waren Disney-Titel klares Schlusslicht im Dow. Vor allem im wichtigen Streaminggeschäft, das mit Grössen wie Netflix und Amazon konkurriert, war es im jüngsten Geschäftsquartal schlechter als von Anlegern erhofft gelaufen.

Die Aktien des Elektroauto-Pioniers Tesla gingen nach einem wankelmütigen Handelsverlauf rund 0,4 Prozent schwächer bei 1063,51 US-Dollar aus dem Handel. Tesla-Chef Elon Musk hatte nach seiner aufsehenerregenden Twitter-Abstimmung in den vergangenen drei Tagen erstmals seit Jahren wieder Aktien seiner Firma zu Geld gemacht. Von Montag bis Mittwoch verkaufte er Papiere im Wert von rund fünf Milliarden Dollar, nachdem er einen Teil seiner Aktienoptionen eingelöst hatte.

Nach dem Rekordhoch bei 1243 Dollar vergangene Woche waren Tesla-Aktien am Mittwoch kurz unter die Marke von 1000 Dollar gerutscht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent an Wert gewonnen. Tesla ist damit an der Börse mehr als eine Billion Dollar wert – ein Zigfaches der Marktkapitalisierung der deutschen Autobauer BMW , Daimler und Volkswagen zusammen.

Der Kurs eines anderen E-Auto-Herstellers zog derweil weiter an. Nach dem starken Börsendebüt der Rivian-Aktien am Mittwoch setzten die Titel des Tesla-Konkurrenten am Donnerstag ihre Kursrally mit einem Plus von rund 22 Prozent auf knapp 123 Dollar fort. Verglichen zum Ausgabepreis von 78 Dollar beträgt das Kursplus inzwischen knapp 58 Prozent. Das Unternehmen, das zwar bereits Autos entwickelt hat, aber noch keine nennenswerte Umsätze erzielt, ist damit an der Börse mehr als 100 Milliarden Dollar wert.

Der Euro setzte seine Talfahrt fort und kostete im New Yorker Handel zuletzt 1,1449 Dollar – davor hatte er den niedrigsten Stand seit Juli 2020 markiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1460 (Mittwoch: 1,1558) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8726 (0,8652) Euro gekostet. (awp/mc/pg)

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