Aktienfokus: Holcim drehen nach festem Start ins Minus

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Zürich – Die Aktien des Baustoffkonzerns Holcim sind am Montag nach gutem Start in die Verlustzone abgerutscht. Holcim hat die Anleger eine Woche nach Ankündigung eines Fitnessprogramms zur Senkung der Kosten und Steigerung der operativen Effizienz mit Detailangaben dazu versorgt und sich Ergebnisziele gesetzt. An der Börse wurden die News zunächst positiv aufgenommen und mit einem deutlichen Kursanstieg quittiert. Danach bröckelten die Gewinne unter dem Eindruck der schwachen Börsenstimmung Stück für Stück ab und der Kurs drehte ins Minus. Allerdings notieren Holcim immer noch klar besser als der Gesamtmarkt.

Bis um 11.15 Uhr verlieren Holcim 0,4% auf 55 CHF, während der Gesamtmarkt SMI um 1,21% nachgibt. Im frühen Geschäft avancierten Holcim mit über 3% und kletterten bis auf ein Tageshoch von 57,15 CHF. Demgegenüber steht der Tagestiefstwert bei 54,35 CHF. Bisher wurden bereits knapp 1,2 Mio Aktien gehandelt, dies verglichen mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen der vergangenen Wochen von unter 1 Mio.

Analysten erfreut
Die Analystengemeinde begrüsst die Fitnesskur, welche sich Holcim unter dem neuen CEO Bernard Fontana verordnet hat. Allerdings sei es aus heutiger Sicht schwierig, die tatsächlichen Auswirkungen des Programms zu beurteilen, meint Serge Rotzer von der Bank Vontobel. Einiges hängt davon ab, wie sich das Marktumfeld und die Währungen entwickeln. Holcim habe für ein Unternehmen, das in einer kapitalintensiven Industrie aktiv ist, die notwendigen Kostenssenkungsmassnahmen ergriffen und diese in ein entsprechendes Programm integriert, so Rotzer weiter. Er wird seine Schätzungen für Holcim mit Vorsicht überarbeiten und bestätigt das Rating mit «Hold».

ZKB erhöht Holcim auf «Übergewichten»
Martin Hüsler von der ZKB zeigt sich vom Ausmass der angestrebten Verbesserungen positiv überrascht und erhöht seine Einschätzung auf «Übergewichten» von bisher «Marktgewichten». Hüsler hatte bislang für 2014 einen Betriebsgewinn von 2,8 Mrd CHF erwartet. Mit den am (heutigen) Montag gemachten Angaben strebe Holcim unter Annahme ähnlicher Marktkonditionen und Währungsrelationen allerdings einen Betriebsgewinn von 3,8 Mrd an. Die Aktie von Holcim habe sich in den letzten Wochen, auch im Anschluss an den Q1-Ausweis vom letzten Mittwoch, eher verhalten entwickelt, so Hüsler weiter. Das Umfeld bleibe aber anspruchsvoll. Doch der neue CEO Bernard Fontana setze mit dem lancierten Programm ein starkes Zeichen, das die Organisation des Konzerns durchrütteln dürfte. So gewinne die Holcim-Story längerfristig an Attraktivität.

Notenstein positiv überrascht
Auch die Kommentatoren der Bank Notenstein zeigen sich mit der von Holcim bis 2014 angekündigten Gewinnsteigerung positiv überrascht. Unter diesen Voraussetzungen scheine ein Kursaufbau in Richtung Zwischen-Top bei 57,70 CHF möglich. Die angekündigten Kostensenkungsmassnahmen, wie etwa der vermehrte Einsatz von alternativen Brennstoffen und Rohmaterialien oder Verbesserungen in der Logistik und in der Beschaffung, erscheinen gemäss Notenstein sinnvoll. Dabei seien auch Devestitionen vereinzelt angebracht.

Holcim habe mit dem Programm neue Massstäbe in der Industrie gesetzt, so Patrick Appenzeller von Helvea. Es sei in Tat und Wahrheit schwer zu glauben, wie es einem Unternehmen innert weniger als drei Jahren gelingt, den operativen Gewinn um 1,5 Mrd zu verbessern und dass für diese Anstrengungen lediglich Kosten von unter 200 Mio anfallen. Helvea bestätigt die «Buy»-Einschätzung und das Kursziel von 69 CHF. (awp/mc/upd/ps)

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