Aktienfokus: Roche nach negativer FDA-Empfehlung unter Druck

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Zürich – Die Roche-Genussscheine sind am Donnerstag in einem etwas fester tendierenden Gesamtmarkt mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Belastend wirkt die Empfehlung eines Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Krebsmedikament Avastin. Das FDA-Gremium sieht keinen klinischen Nutzen des Medikaments in der Behandlung von Brustkrebs und stimmte gegen die weitere Verwendung.

Nur bedingt dürfte Händlern zufolge die erweiterte Brustkrebs-Zulassung von Avastin in der EU den Kurs stützen. Bis um 09.30 Uhr geben Roche um 1,0% auf 138,60 CHF nach, zur Eröffnung lagen die Genussscheine rund ein halbes Prozent im Minus. Der Gesamtmarkt (SMI) gewinnt derweil um 0,19% dazu. Die negative Empfehlung des FDA-Gremiums komme nicht ganz unerwartet, da sich der Ausschuss bereits vor rund einem Jahr so geäussert habe, heisst es im Handel. Allerdings sei Roche bislang betreffend Avastin-Zulassung in den USA zuversichtlich gewesen. Auch sei der Entscheid noch nicht definitiv, üblicherweise folge die FDA jedoch den Empfehlungen des Ausschusses.

Unicredit und Vontobel halten an «Buy»-Rating fest
Am Markt seien die negativen Nachrichten bereits im Vorfeld teilweise eingepreist worden, schreiben die Analysten von Unicredit. Somit dürften die Kurseinbussen nicht allzu stark ausfallen. Unicredit hält aufgrund der günstigen Bewertung oder etwa dem Potential für Margenverbesserungen an ihrem «Buy»-Rating fest. Auch die Bank Vontobel empfiehlt Roche weiterhin zum «Kauf». Das gestrige Ergebnis des FDA-Ausschusses sei zwar eine Enttäuschung, habe aber so erwartet werden können. Die ZKB rechnet mit Blick auf die endgültige Entscheidung der FDA in den kommenden Wochen nicht mit einer positiven Überraschung. Allerdings seien die Umsatzschätzungen der Analysten in der Grössenordnung von rund 1 Mrd CHF bereits nach unten revidiert worden.

Positiver EU-Entscheid keine Kursstütze
Der positive Entscheid der EU-Kommission zur Brustkrebsbehandlung mit Avastin biete momentan nur bedingt eine Kursstütze, so die Autoren der Bank Wegelin. Die unterschiedliche Zulassungspraxis der Behörden in den USA und Europa dürfte sowohl den Pharmaunternehmen wie auch den Anlegern das Leben zusätzlich erschweren. Investoren müssten weitere negative Entscheide für neue Produkte oder Indikationen einkalkulieren, egal ob diese schon in einer anderen Region zugelassen seien oder nicht, so der Wegelin-Kommentar weiter. (awp/mc/ss)

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