Aktienfokus: Swatch und Richemont nach LMVH-Deal gesucht

Swatch

Zürich  – Die Aktien der Swatch Group und von Richemont legen am Montag in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt deutlich zu. Im Handel wird auf die überraschende Übernahme des italienischen Schmuck- und Uhrenherstellers Bulgari durch den französische Luxusgüterkonzern LVMH verwiesen. Übernahmephantasien beflügeln den ganzen Sektor.

Bis um 10.45 Uhr steigen Richemont um 2,2% auf 54,70 (Tageshöchst 54,90) CHF, und Swatch Group gewinnen mit 1,8% auf 397,00 (399,60) CHF ebenfalls deutlich an Wert. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert dagegen um 0,19%. Die Titel von Bulgari steigen um 58% auf 12,00 EUR nahe an den von LVMH gebotenen Preis von 12,25 EUR je Aktie. LVMH-Papiere verlieren 0,5% auf 110,85 EUR. Die Übernahme des „Familienunternehmens“ Bulgari durch LVMH komme etwas überraschend, so ein Analyst. Die Transaktion sei zusammen mit dem geplanten Börsengang der Luxusmarke Prada eine gewisse Indikation, dass der Luxusgüterzyklus zumindest kurzfristig betrachtet relativ weit fortgeschritten sei. LVMH ist dazu bereit, für die Bulgari-Anteile einen hohen Aufpreis von über 60% zu bezahlen.

An Konkurrenzsituation ändert sich nicht viel
An der Konkurrenzsituation in der Uhrenbranche werde sich für Richemont und Swatch nicht viel verändern, so der Analyst weiter. Die starke Position der beiden Unternehmen bleibe unangetastet. Im Schmucksegment, wo auch Richemont stark vertreten sei, werde LVMH nach der Bulgari-Übernahme dagegen ein glaubwürdiger Konkurrent. Wie immer bei Grossübernahmen – und so jetzt auch bei LVMH und Bulgari – profitiere der ganze Sektor davon, sagte ein Händler: „Solche Transaktionen lösen Übernahmephantasien aus, die in steigenden Aktienkursen zum Ausdruck kommen.“

Kurszielerhöhung stützt Swatch zusätzlich
Die Aktien von Swatch erhalten von einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs zusätzlich Unterstützung. Die Analysten haben im Rahmen einer Sektorstudie das Kursziel auf 540,00 CHF von bislang 497,10 CHF angehoben und die „Kauf“-Empfehlung bestätigt. Bis zum Jahr 2025 könne das Luxusgüter-Segment deutlich wachsen, schreiben die Analysten von Goldman Sachs. Dabei erwarten sie von 2011 bis 2014 ein durchschnittliches Umsatzwachstum über alle Hersteller des Sektors gesehen von 16%. Allein in China wird in den kommenden 15 Jahren mit 200 Mio neuen Kunden gerechnet. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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