Aktienfokus: UBS nach Quartalsergebnis im Minus

UBS

Zürich – Die Aktien der UBS haben die Sitzung vom Dienstag mit deutlich tieferen Kursen eröffnet, haben allerdings die anfänglichen Verluste in den ersten Minuten bereits klar reduziert. Das von der Schweizer Grossbank im zweiten Quartal erzielte Ergebnis verfehlt die Konsensschätzungen relativ deutlich. Analysten sprechen von einem enttäuschenden Resultat vor allem der Investmentbank, bezeichnen das Ergebnis des Wealth Managements aber als solide.

Die UBS-Aktien haben mit 13,50 CHF (-2,9%) eröffnet und notieren um 09.15 Uhr noch 1,0% tiefer bei 13,76 CHF. Die Papiere des Konkurrenten Credit Suisse gewinnen nach einem Start im Minus gar 1,0% auf 29,94 CHF. Allerdings hatten die beiden Papiere am Vortag bereits 2,9 bzw. 3,9% eingebüsst. Der Gesamtmarkt (SMI) hält sich mit +0,54% auf 6’050 Punkten gut.

In Marktkreisen gibt man sich sehr enttäuscht über den stärker als befürchteten Ertragseinbruch bei der UBS. «Durch und durch enttäuschender Ausweis der Grossbank», heisst es etwa bei der Bank Wegelin. Besonders mager seien die Zeiten im volatilen Investmentbanking und ein Ende der Dürreperiode sei derzeit laut UBS nicht in Sicht. Dass die hochfliegenden Mittelfristziele der UBS unter diesen Voraussetzungen nicht erreicht werden könnten, dürfte den Markt allerdings kaum überraschen, so die St. Galler Privatbank in ihrem Kommentar.

Investment Banking hinter den Erwartungen zurück
Einmal mehr habe sich insbesondere das Investment Banking negativ im Gruppenergebnis niedergeschlagen, sagte auch ein anderer Markteilnehmer. Auch die ZKB meint, dass das Ergebnis der Investment Bank unter den Erwartungen ausgefallen sei, wobei die Erträge in allen Bereichen (Fixed Income, Aktienhandel und Beratungsgeschäft) unter den Schätzungen lägen.

WM mit solidem Ergebnis
Von der Ertrags- und Kostenentwicklung her wird hingegen das im Wealth Management erzielte Ergebnis als solide bezeichnet. Das Wealth-Management-Ergebnis liege über Konsens, wobei die Kostenkontrolle und die Bruttomarge (97 Bp) positiv seien, so die ZKB. Einziger kleiner Lichtblick scheine der solide Ausweis des Wealth Managements, so Wegelin. Auch die Analysten der Bank Vontobel sprechen von einem besser als erwartet ausgefallen Ergebnis des Wealth Management.

«Enttäuschender» Nettoneugeldzufluss
Laut Marktteilnehmern ist der Nettoneugeldzufluss allerdings «enttäuschend» und ein «Schwachpunkt». Die Folgen der Frankenstärke habe sich über alle Geschäftsbereiche hinweg stärker als erwartet in der Ertragsentwicklung niedergeschlagen, heisst es dazu etwa.

Weitere Gewinnschätzungsreduktion erwartet
Händler erwarten vor dem Hintergrund der vorliegenden Quartalszahlen und den vorsichtigen Aussagen der Firmenverantwortlichen zum laufenden dritten Quartal weitere Gewinnschätzungsreduktionen aus dem Analystenlager. «Wir werden unsere UBS-Schätzungen voraussichtlich weiter reduzieren müssen», so etwa die ZKB. Die bekannt gegebenen Kosteneinsparmassnahmen seien zwar zu begrüssen, an der kurzfristig gedrückten Ertragslage ändere sich dadurch allerdings nichts, meint ein anderer Marktteilnehmer.

Markt wenig überrascht
Dass sich die Aktien bereits etwas erholt haben, erstaunt Marktkreise nicht allzu stark. Dass die hochfliegenden Mittelfristziele unter diesen Voraussetzungen nicht erreicht werden könnten, dürfte den Markt kaum überraschen, meint etwa Wegelin. Zudem habe der Markt wegen des derzeit schwierigen Marktumfelds bereits seit geraumer Zeit an diesen optimistischen Vorgaben gezweifelt.

Kaum Potenzial für Aktien
Allerdings gibt man den Aktien auch kaum Potential. Finanzaktien dürften weiterhin nicht auf der Einkaufsliste der Investoren zu finden sein, glaubt Wegelin und schreibt: Die (Gross)Banken dürften weiterhin aus einem «Mix von verschiedenen toxischen Zutaten» leiden, wie Unsicherheit im Umfeld, erhöhte Kapitalanforderungen, zunehmende Regulierungsdichte oder jetzt noch der starke Schweizer Franken.

Eine Analystenkonferenz läuft derzeit. (awp/mc/pg)

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