CH-Eröffnung: Erneut deutliches Minus
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche im tiefroten Bereich gestartet. Der Iran-Krieg überschattet dabei weiterhin alles: Die Lage habe sich mit dem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Strasse von Hormus noch einmal verschärft, heisst es im Handel, zumal der Iran wenig überraschend ebenfalls mit neuen Drohungen reagiert habe. «Von einer Deeskalation sind die Kriegsparteien jedenfalls weit entfernt», sagte ein Händler.
Nachdem die Marktteilnehmer anfänglich mit einer eher kurzen Dauer gerechnet hätten. Das ist nun aber nicht mehr so. Das Szenario eines vorübergehenden Energie-Schocks trete zunehmend in den Hintergrund zugunsten eines Umfelds mit «länger anhaltendend» hohen Preisen, was erhebliche Auswirkungen auf das Wachstum, die Unternehmensmargen und die Geldpolitik habe, sagte der Händler. Oder mit anderen Worten: «Die Anleger beginnen zu begreifen, dass sich dieser Schock nicht auf Öl beschränkt, sondern sich über die Transport-, Produktions- und Verbrauchskosten auf die gesamte Wirtschaft ausbreitet.»
Der SMI notiert um 9.15 Uhr 1,48 Prozent tiefer bei 12’138,82 Zählern. Bis zur psychologisch wichtigen Marke von 12’000 Punkten fehlt somit nur noch gut 1 Prozent. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte sinkt derweil um 1,36 Prozent auf 2789,27 Punkte und der breite Markt gemessen am SPI-Index 1,39 Prozent auf 16’963,79 Punkte.
Kurz nach Handelsbeginn stehen alle SMI-Titel im roten Bereich. Die grössten Verluste sind bei Givaudan (-3,5%) und ABB (-3,3%) zu sehen, wobei die beiden Titel allerdings ex-Dividende gehandelt werden. Dahinter folgen vor allem konjunktursensitive Bautitel wie Sika (-3,3%), Amrize (-2,7%) und Holcim (-2,2%).
Verkauft werden aber auch die Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé, mit Verlusten bei allen von rund 1 Prozent allerdings unterdurchschnittlich. Am geringsten sind die Abgaben im frühen Handel derweil bei Richemont (-0,04%) und den defensiven Swisscom (-0,5%). Die Titel des grössten Schweizer Telekomanbieters sind mit Abstand der beste SMI-Wert im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von noch immer fast 20 Prozent (Stand Freitagabend).
Unter den SMIM-Werten sind derweil Swissquote (-3,3%) am schlechtesten platziert, dahinter folgt Sonova (-2,6%). Der Hörgeräte-Hersteller hat vorbörslich ein Strategie-Update veröffentlicht und dabei den Verkauf seiner Audio-Sparte (Sennheiser) angekündigt. Recht gut halten sich die Titel der beiden Immobiliengesellschaften PSP (-0,3%) und SPS (-0,6%) sowie Lindt&Sprüngli (PS -0,2%). (awp/mc/ps)