CH-Eröffnung: Trump schickt Börsen auf Tauchgang
Zürich – An den internationalen Finanzmärkten sorgen die jüngsten Wendungen in der Causa Grönland für Kursverluste bei risikoreicheren Anlagen wie Aktien. Dagegen sind sichere Häfen wie Gold, Silber und der Schweizer Franken verstärkt gesucht. Diesem Trend kann sich auch der Schweizer Aktienmarkt nicht entziehen, wie die Eröffnungsverluste zeigen. In Asien hatten die Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit Grönland bereits für Abgaben gesorgt. Trump kündigte an, acht europäische Länder, ab Februar mit Strafzöllen zu belegen, sollten die USA nicht das arktische Gebiet komplett übernehmen und kontrollieren dürfen. «Die Anwendung der US-Strafzölle nimmt immer groteskere Züge an», fasst ein Händler die Meinung zahlreicher Marktakteure zusammen.
Die europäischen Regierungschefs haben diese Forderungen als inakzeptabel zurückgewiesen. Neben diesen erneuten politischen Unruhen gilt es zudem die jüngsten Konjunkturdaten aus China zu bewerten, die gemischt ausfielen. Auf eine Reaktion der US-Märkte müssen Investoren derweil bis zum morgigen Dienstag warten, da die Wall Street zum Wochenstart wegen des Martin Luther King-Feiertages geschlossen bleibt. «Die Marktteilnehmer hatten sich durch den heutigen Feiertag in den USA auf einen ruhigen Wochenstart eingestellt bis diese Vorstellungen durch die politische US-Realsatire durchkreuzt wurden», kommentiert
Der SMI verliert gegen 09.15 Uhr 0,64 Prozent auf 13’327,50 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI verliert 0,85 Prozent auf 2155,32 und der breite SPI 0,73 Prozent auf 18’393,50 Zähler. Im SLI geben alle Werte bis auf drei nach.
Damit hält sich der hiesige Markt etwas besser als etwa der deutsche Dax oder auch der französische Cac-40, die beide um jeweils mehr als 1 Prozent nachgeben. An den Devisenmärkten gerät vor allem der US-Dollar unter Druck, während der Franken klar gesucht ist.
Auch ein Blick auf die Kurstafel bestätigt, dass weniger konjunktursensible Titel angesichts der neuen Geschehnisse stärker gefragt sind. So gewinnen Swisscom gegen den Trend 0,8 Prozent hinzu. Auch Novartis (+0,3%) und Givaudan (+0,1%) halten sich knapp im Plus.
Dem stehen Kursverluste von bis zu 3,9 Prozent bei VAT, Straumann, Alcon oder Richemont gegenüber – allesamt zyklische Werte, die auch stark vom US-Geschäft abhängig sind.
Zahlen gab es unterdessen in den hinteren Reihen von Polypeptide (+3,5%) und Belimo (+0,2%). (awp/mc/ps)