CH-Ausblick: Deutlich fester erwartet – Novartis im Fokus

CH-Ausblick: Deutlich fester erwartet – Novartis im Fokus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt dürfte nach dem sehr schwachen Vortag am Dienstag fester in den Handel starten. Händler erwarten zumindest zum Handelsbeginn eine technische Korrektur. Positiv könnte sich dabei auswirken, dass die Wall Street am Vortag nach Europaschluss die Verluste noch leicht abgebaut hat.

Gute Zahlen präsentierte der IT-Riese IBM, der ausserdem seine seine Gewinnprognose erhöhte. Zudem dürften die besser als erwarteten Zahlen zu Novartis eine starke Stütze für den Leitindex sein.

Trotzdem warnen Händler, dass angesichts der Schuldenprobleme in Europa und den USA die Märkte nach wie vor von Unsicherheit geprägt seien. US-Präsident Obama geht in der Frage um die Erhöhung des Schuldenlimits mit den oppositionellen Republikanern auf Konfrontationskurs. Sollte der Kongress einen Haushaltsplan der Republikaner billigen, würde Obama das Gesetz über sein Veto blockieren. Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen.

Der von Clariden Leu berechnete vorbörsliche SMI notiert gegen 08.15 Uhr 0,45% höher bei 5`852,35 Punkten.

Im Fokus der Anleger steht am Berichtstag der Semesterausweis des SMI-Schwergewichtes Novartis (+1,3%). Der Pharmakonzern hat mit dem vorgelegten Zahlenset die Markterwartungen mehrheitlich übertroffen. EBIT und Reingewinn blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Im Weiteren bestätigte das Management den Ausblick für das Geschäftsjahr 2011 auf Konzernstufe und im Bereich Pharma. Zudem beschloss der Verwaltungsrat die Beschränkung für die Dividendenausschüttung auf 35 bis 60% des Reingewinns aufzuheben.

Roche (+0,8%) übernimmt die deutsche mtm laboratories für 130 Mio EUR. Nach Erreichen erfolgsabhängiger Meilensteine sind zudem bis zu weiteren rund 60 Mio EUR fällig. Damit erweitern die Basler ihr Angebot an Tests auf Gebärmutterhalskrebs.

Lonza (+0,5%) unterzeichnet mit Immune Pharmaceuticals einen Exklusivvertrag zur Herstellung von Bertilimumab. Der Basler Life-Science-Konzern wird im Rahmen der Vereinbarung an seinem Entwicklungs- und Produktionsstandort für Säugetierzellkulturen klinisches Testmaterial für die Phase II herstellen.

Auch bei den zuletzt stark verkauften Finanzwerten dürfte es am Berichtstag wieder einmal etwas nach oben gehen. UBS, Credit Suisse und Julius Bär notieren vorbörslich alle rund 0,5% höher und auch die Versicherer Swiss Re (+0,6%) oder ZFS (+0,4%) finden Anklang am Markt.

Im Nachgang an die Halbjahreszahlen von SGS (-0,1%) nehmen die Analysten der UBS und der Deutschen Bank Kurszielsenkungnen vor. Die Währungssituation habe sowohl den Umsatz als auch die EBIT-Marge deutlicher als erwartet belastet, hiess es etwa dazu.

Kurszielsenkungen gibt es auch für Kühne+Nagel. Der Logistiker hatte am Vortag die Zahlen für die ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. UBS und Barclays senken ihre Kursziele für die Titel. UBS verweist dabei auf das langsamere globale Handelswachstum im zweiten Quartal und Barclays zeigt sich von der gedämpften Guidance enttäuscht und senkt ihre EBIT-Schätzungen.

Aus der zweiten Reihe haben Micronas und Uster Technologies Zahlen für das erste Halbjahr präsentiert. Der Halbleiterhersteller Micronas kämpft dabei weiterhin mit den Nachwirkungen aus den Katastrophen in Japan und hat mit dem vorgelegten Zahlenkranz die Erwartungen des Marktes verfehlt. Uster Tech hat hingegen alle Erwartungen des Marktes weit übertroffen. (awp/mc/pg)

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