CH-Schluss: SMI gewinnt 1,5% auf 7’962 Punkte

CH-Schluss: SMI gewinnt 1,5% auf 7’962 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit deutlichen Gewinnen beendet und damit nach dem relativ schwachen Wochenstart eine Gegenbewegung geschafft. Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex nahm nach einem schwachen Start rasch Fahrt auf und baute die Gewinne im Laufe des Tages kontinuierlich aus. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China hatten erst auf der Stimmung gelastet, die Ängste der Investoren diesbezüglich verflogen aber relativ rasch.

Am Nachmittag kam dann Schub von den US-Aktienmärkten dazu und hievte den Markt weiter nach oben. Händler sprachen von Hoffnungen auf zusätzliche geldpolitische Schritte in China. Ausserdem seien Makrodaten zur Stimmung in der US-Industrie positiv ausgefallen. Zwar würden die Daten weiterhin auf eine eher verhaltene konjunkturelle Dynamik hinweisen, meinte ein Händler, aber immerhin kämen auf dieser Basis keine weiteren Rezessionssorgen auf.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,51% höher bei 7’962,22 Punkten und damit mehr oder weniger auf Tageshoch. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg gar um 1,65% auf 1’214,03 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,51% auf 8’374,26 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen bis auf Transocean (-1,0) alle relativ klar im Plus.

Klarer Spitzenreiter unter den Blue Chips waren Swiss Life, die ihre Gewinne über den Tag weiter ausbauen konnten und zum Handelsschluss 5,3% höher lagen. Der Lebensversicherer hat den Jahresgewinn deutlich stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Swiss Life hab sich einem schwierigen Niedrigzinsumfeld sehr gut behauptet, sagten denn auch Händler. Die Aktionäre profitieren von einer deutlichen Dividendenerhöhung, wobei sich einige Marktteilnehmer bezüglich Ausschüttung gar noch mehr erhofft hatten.

Die anderen Versicherer wie Zurich Insurance (+2,0%), Bâloise (+1,6%) und Swiss Re (+1,5%) konnten da zwar nicht mithalten, legten aber alle ebenfalls klar zu. Sehr fest zeigten sich vor allem aber die Bankenwerte Julius Bär (+3,7%), CS (+3,3%) und UBS (+2,4%), die geschlossen die Plätze zwei bis vier hinter Swiss Life belegten. Spezifische Firmennachrichten dazu gab es nicht. Die Titel hätten in letzter Zeit aber stark verloren und seien entsprechend an Tagen mit steigenden Kursen meist überdurchschnittlich gesucht, hiess es dazu.

Dahinter folgten die Papiere des Transportlogistikers Kühne+Nagel (+2,3%). Letzterer wird am (morgigen) Mittwoch seine Jahreszahlen 2015 präsentieren. Analysten rechnen bei tieferen Umsätzen mit einer Verbesserung der Rentabilität, was sich bereits in den Neun-Monats-Zahlen gezeigt hatte. Der Mitbewerber Panalpina allerdings hatte am Montag mit seinen Zahlen enttäuscht. Mit +3,7% zeigten dessen Aktien aber eine Gegenbewegung auf die starken Abgaben am Vortag. Mit Adecco (+2,2%) folgte ein weiterer Zykliker. Der Personaldienstleister wird als einer der letzten SMI-Titel nächste Woche Zahlen präsentieren.

Die defensiven Pharma-Schwergewichte blieben unterdurchschnittlich und bremsten den Markt entsprechend etwas. Roche schlossen am Tag der Generalversammlung, anlässlich der die Spitze des Pharmakonzerns die Guidance für das laufende Jahr bekräftigte, immerhin rund 1% höher. Und Novartis blieb mit +0,9% auch nicht allzu weit zurück. Nestlé als dritter SMI-Riese konnte den Index mit einem Plus von 2,1% dafür schlagen. Dass defensive Aktien am Berichtstag Anklang fanden, liess sich auch an Swisscom (+2,2%) ablesen.

Im breiten Markt büssten Oerlikon (-2,0%) nach Zahlen klar ein. Die ausgewiesenen Kennzahlen lagen bei Umsatz und Bestellungseingang in etwa im Rahmen der Expertenerwartungen, bei den Gewinnzahlen aber deutlich darunter. Die von der Investmentgruppe Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg kontrollierte Gruppe hat zudem mit sofortiger Wirkung den CEO ersetzt, was die Investoren verunsicherte. Nach dem Gusto der Anleger waren hingegen Zahlen des Finanzdienstleisters GAM (+2,8%) und des Industriekonzerns Georg Fischer (+2,0%). (awp/mc/upd/ps)

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