CH-Schluss: Praktisch unverändert

CH-Schluss: Praktisch unverändert

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag praktisch unverändert zum Vortagesschluss geschlossen. Der SMI notierte zwar zeitweise leicht im Plus, gab die kleinen Gewinne schlussendlich jedoch wieder ab. Im Vordergrund standen Sorgen über die geopolitischen Krisenherde. Hinzu kamen deutlich eingetrübte Konjunkturerwartungen aus Deutschland, dies auch aufgrund der internationalen Spannungen und der Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Der deutsche Leitindex schloss entsprechend deutlich tiefer.

Die Anleger stünden derzeit vermehrt an der Seitenlinie und würden die weitere Entwicklung in der Krisenländern abwarten, hiess es im Schweizer Handel zu den wenig veränderten Kursen. Trotz leicht aufkeimender Hoffnungen auf eine Entspannung am Wochenende komme an den Aktienmärkten keine Kauflaune auf, sagte ein Händler. Im Gegenteil: eine erneute Zuspitzung der Krisen könnte gar weitere Verkaufswellen auslösen.

Der Swiss Market Index (SMI) beendete einen relativ wenig bewegten Tag minime 0,06 Punkte tiefer bei 8’329,80 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor derweil 0,05% auf 1’258,05 und der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg gar 0,02% auf 8’243,20 Zähler. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 16 im Plus und 14 im Minus.

Geberit (-1,1% auf 299,40 CHF) waren am Dienstag unter den grössten Verlierern nach der Ergebnisvorlage zum ersten Halbjahr. An der Börse wurden die innerhalb der Erwartungen ausgefallenen Zahlen – und dabei insbesondere die starke Entwicklung in der Schweiz – wohlwollend kommentiert. Die Abgaben wurden im Handel vor dem Hintergrund der stattlichen Bewertung der Titel mit Gewinnmitnahmen erklärt. Denn der Sanitärtechnikkonzern machte wetterbegünstigt klar mehr Umsatz und erzielte eine höhere Marge. Die Erwartungen der Analysten wurden so ziemlich genau erreicht und der Ausblick der Firmenverantwortlichen für das Gesamtjahr deckt sich ebenfalls weitestgehend mit den Markterwartungen.

Nennenswerte Verluste verzeichneten noch Vortagessieger Actelion (-1,6%) und Sonova (-1,2%). Mit Andy Rihs hat einer der Sonova-Grossaktionäre in zwei Transaktionen rund die Hälfte seines Engagements verkauft und hält nun noch 4,83%. Er habe grundsätzlich nicht die Absicht, in nächster Zeit weitere Sonova-Aktien zu verkaufen, liess er ausrichten. Auch SPS (-1,0%) und Adecco (-0,8%) gehörten zu den grösseren Verlierern.

Auf der Gegenseite stützten besonders die defensiven Index-Schwergewichte Novartis (+0,3%) und etwas weniger Nestlé (+0,1%), während das dritte im Bunde – Roche – mit -0,2% leicht schwächer schloss. Auch die Bankentitel CS (+0,7%) und UBS (-0,3%) präsentierten sich uneinheitlich. Sie waren im Tagesverlauf deutlich stärker, liessen zum Schluss aber nach, letztere schlossen dann im negativen Bereich.

Die grössten Gewinne bei den Blue Chips verzeichneten SGS (+1,0%) und Givaudan (+0,8%), aber auch Transocean (+0,6%) und – am Vortag des Halbjahreszahlen – Swiss Life (+0,5%).

Im breiten Markt standen zahlreiche Titel nach Zwischenergebnissen unter grösserer Beobachtung. Davon profitierten besonders Tornos (+5,9%) und Galenica (+5,3%), aber auch GAM (+3,7%) schlossen deutlich fester.

Bei Galenica gab es neben einem Umsatz hinter den Erwartungen der Analysten und einem Gewinn darüber, noch weitere News: Der Pharma- und Apothekenkonzern will seine beiden Geschäftseinheiten in künftig voneinander unabhängige Unternehmen aufspalten und mittelfristig an die Börse bringen. Am Markt war über ein solches oder ähnliches Vorhaben seit längerem spekuliert worden.

Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos erreichte derweil erstmals seit langem wieder die Gewinnschwelle und auch für das Gesamtjahr sieht das Unternehmen gute Chancen auf ein positives Betriebsergebnis.

Ebenfalls zum Zahlenrapport angetreten waren die Kantonalbanken von St. Gallen (+0,4%) und von Genf (+1,4%) und die Bank Linth (+0,4%) sowie die Industriegruppe Lem (-1,4%) und der Solarzulieferer Meyer Burger (-0,8%). Grösse Verlierer aus der zweiten Reihe waren auch noch die Titlisbahnen (-4,9%) sowie Santhera (-4,0%) und Cytos (-3,7%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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