CH-Schluss: SMI klettert um 2,17% auf 8’789 Punkte

CH-Schluss: SMI klettert um 2,17% auf 8’789 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel dank der Aussagen von Mario Draghi mit einem deutlichen Plus beendet. Nach einem positiven Start hielten sich die Anleger zunächst zurück und der Leitindex SMI lief in einer engen Spanne seitwärts. Für Rückenwind sorgte am Nachmittag EZB-Präsident Draghi, der ankündigte, dass die Zentralbank im Dezember eine weitere geldpolitische Lockerungen prüfen will. Das beflügelte auch hierzulande vor allem die Zykliker.

Die EZB-Sitzung hat wie erwartet keine Änderung der Zinspolitik in der Eurozone gebracht. Draghi betonte an der Pressekonferenz erneut, dass die EZB bereit und willig sei, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Das Anleihekaufprogramm zeige Wirkung und soll vollständig umgesetzt werden. Auch eine Verlängerung sei möglich. Neben anziehenden europäischen Aktienmärkten sorgten die Aussagen auch für eine Abschwächung des Euro zu Dollar und Franken. Die US-Märkte wurden zudem durch positive Unternehmenszahlen und einen festen Immobilienmarkt gestützt. Demgegenüber sanken Frühindikatoren stärker als erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 2,17% höher auf 8’788,92 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 2,02% auf 1’311,42 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,99% auf 8’985,10 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen bis auf CS und Galenica alle im Plus.

Roche GS (+2,9%) gehörten am Donnerstag zu den Top-Werten im SMI. Die Basler haben die Umsatzschätzungen in der Periode von Januar bis September knapp übertroffen und entgegen den Erwartungen von Analysten ihren Umsatz-Ausblick für das Gesamtjahr 2015 etwas angehoben. Darauf hingewiesen wird allerdings auch, dass bei den Pharma-Titeln nach den Verlusten der letzten Tage eine Gegenbewegung überfällig gewesen sei. Auch Novartis (+2,0%) und Nestlé (+2,1%) gewannen klar hinzu.

Den grössten Schub durch die EZB-Aussagen erhielten die zuletzt eher schwachen Uhrenwerte Swatch (+3,5%) und Richemont (+3,1%). Weiter legten Clariant (+3,0%) oder Aryzta (+3,5%) stark zu. Tagesgewinner Transocean (+4,0%) reagierte wieder einmal auf den steigenden Ölpreis.

Actelion (+1,5%) will demnächst weitere Studiendaten zu seinem Medikamentenkandidaten Selexipag vorstellen. Erwartet wird gemäss früheren Angaben eine US-Zulassung noch vor Ende des Jahres.

CS (-1,5%) zeigten sich erneut deutlich schwächer, konnten sich zum Handelsende aber etwas erholen. Die CS-Papiere hatten bereits am Vortag mit einem Minus von 3,6% im Zusammenhang mit der neu präsentierten Strategie und der Quartalszahlen für wenig Freude gesorgt, nun sind sie erneut grösster Verlierer im SMI. Betont wird in Analystenkreisen im Nachgang, dass sich der neue CEO Tidjane Thiam sehr vorsichtig zum Geschäftsumfeld im vierten Quartal bzw. im neuen Jahr 2016 geäussert habe. Ausserdem seien die neuen Ziele zum Teil sehr ambitiös. Demgegenüber konnten UBS (+2,7%) klar ins Plus vorstossen und auch Julius Bär (+3,0%) schlossen fester.

Am Berichtstag waren aber auch die neuen Kapitalvorschriften für Grossbanken Thema. Der Bundesrat will die Anforderungen für systemrelevante Banken verschärfen, wobei die bis 2019 geforderte Leverage Ratio auf 5% (von aktuell gut 3%) angehoben wurde.

ABB (+1,7%) reagierten mit einer starken Erholung auf die Aussichten einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone. Zunächst hatten die Titel im Nachgang der Q3-Zahlen klar im Minus gelegen. Angesichts der schwierigen Situation bei den Endmärkten habe der Konzern ein gutes drittes Quartal abgeliefert, meinen die Analysten von JPMorgan.

Adecco (+1,0%) drehten ebenfalls kraftvoll ins Plus. Zuvor hatten durchwachsene Zahlen vom Wettbewerber Manpower für Druck gesorgt und die Aktien belastet.

Syngenta (+1,8%) legten nach dem starken Anstieg von über 6% am Vortag erneut zu. Nach dem Rücktritt von CEO Mike Mack sagte Verwaltungsratspräsident Michel Demaré gegenüber den Medien, dass der Rücktritt nichts mit Monsanto zu tun habe und man auch die Fusionsgespräche mit dem US-Konkurrenten nicht wieder aufnehmen wolle.

Im breiten Markt waren vor allem Logitech (+9,6%) stark nachgefragt. Der Hersteller von Computerzubehör hat laut Analysten bei den Gewinnzahlen im zweiten Quartal stark abgeschnitten. Micronas (+4,8%) hatten zwar schwachen Zahlen vorgelegt, die Aktie sprang aber ebenfalls im späten Handel deutlich an. Unter Druck standen dagegen Gottex (-4,2%), die am Mittwoch rückläufige Kundenvermögen gemeldet hatte. (awp/mc/upd/ps)

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