CH-Schluss: Deutliche Gegenbewegung

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag eine eindrückliche Gegenbewegung auf den Rücksetzer zur Wochenmitte gezeigt. Die Dividendenpapiere wurden am Nachmittag von den festeren US-Börsen gestützt. Dort konzentrierten sich die Anleger auf erfreuliche Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank weiter und erreichte das tiefste Niveau seit Beginn der Corona-Krise. Geholfen habe auch die Erholung des Bitcoin nach dem Einbruch der Kryptowährung am Vortag, hiess es.

Doch die Volatilität dürfte mit der Sorge vor einer stärker steigenden Inflation und einer in der Folge früher als erwarteten Straffung der US-Geldpolitik weiter hoch bleiben, sagten Börsianer. Laut dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed hatten etwa einige Teilnehmer deutlich gemacht, dass bei künftigen Sitzungen an einem Plan für erste Anpassungen der extrem lockeren Geldpolitik gearbeitet werden könnte. Es ist nicht der Anfang vom Ende der ultra-expansiven Fed-Politik. Aber es ist der Anfang der Diskussion über den Anfang vom Ende, sagten Marktexperten.

Der SMI stieg am Donnerstag um 0,97 Prozent auf 11’152,08 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 1,12 Prozent auf 1808,54 und der breite SPI um 0,96 Prozent auf 14’362,58 Zähler. Im SLI standen 27 Gewinner drei Verlierern gegenüber.

Deutlich nach oben ging es am Berichtstag mit verschiedenen Finanzwerten wie Partners Group (+2,8%), Julius Bär und Credit Suisse (je +2,3%) oder UBS (+1,5%). Am hinteren Ende der Tabelle fanden sich hingegen Versicherer wie Swiss Re (-0,02%) und Zurich (-0,1%).

Mit an der Spitze der Gewinner standen die Logistikaktien von Kühne+Nagel (+2,1%) sowie die zuletzt gebeutelten Technologietitel Logitech (+3,0%) und Temenos (+2,6%). Auch AMS zogen nach einem erneut volatilen Verlauf um 0,5 Prozent an.

Die defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (+1,2%) gingen unterschiedliche Wege. Roche hatte am Morgen angekündigt, man werde an der Onkologie-Branchenmesse Asco von Anfang Juni positive Daten zum Krebsmittel Tecentriq präsentieren. Die Daten würden zeigen, dass das Mittel bestimmten Menschen mit frühem Lungenkrebs helfe, signifikant länger zu leben.

Auch andere Gesundheitswerte wie Lonza (+1,7%), Alcon (+1,1%) und Straumann (+1,2%) waren gesucht. Gekauft wurden aber auch defensive Werte wie Givaudan (+2,3%) und Nestlé (+1,0%); bei den Zyklikern standen baunahe Werte wie Sika (+1,8%) und Geberit (+1,9%) vorne. ABB verteuerten sich um 1,0 Prozent.

Auf den hinteren Rängen fielen Dufry um 0,7 Prozent. Der Reisedetailhändler hat im ersten Quartal 2021 weiter stark unter der Coronakrise gelitten. Der Umsatzrückgang des Reisedetailhändlers fiel mit 68 Prozent noch etwas höher aus als von Analysten erwartet. Es gibt aber erste leise Anzeichen einer Besserung.

Ascom steigen um 2,0 Prozent. Das Unternehmen hat in Finnland einen Auftrag an Land gezogen. Die Erholung der Technologiewerte bildete sich auch bei Inficon (+1,9%) und VAT (+1,6%) ab. Und die Erholung von Bitcoin und Co schlug sich beim Onlinebroker Swissquote mit einem Kursplus von 2,1 Prozent nieder.

Obseva gewannen 6,4 Prozent. Das Biotechunternehmen hatte am Morgen für sein Medikament Yeslty weitere Resultate der Phase-3 Programms «Primrose» veröffentlicht. Die Vorbereitung der Zulassungsanträge in den USA und Europa für die Behandlung von Uterusmyomen seien auf Kurs. (awp/mc/ps)

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