CH-Schluss: Sehr fest – Aufatmen nach Putin-Rede

CH-Schluss: Sehr fest – Aufatmen nach Putin-Rede

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag sehr fest geschlossen und damit die am Vortag erlittenen Verluste beinahe wieder aufgeholt. Gemäss Marktteilnehmern atmeten die Anleger nach Äusserungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Krim-Krise etwas auf. Mit seinem Statement, dass es derzeit keinen Grund für einen Militäreinsatz in der Ukraine gebe, habe der Kreml-Chef die Finanzmärkte weltweit etwas beruhigen können, sagte ein Händler. Auf die Verluste des Vortages sei es deshalb zu einer Gegenbewegung gekommen. «Die Investoren gehen offenbar davon aus, dass es in der Ukraine nicht zum Schlimmsten kommen wird», so der Kommentar. Gegen Handelsende stützte die Erholung an der New Yorker Börse noch zusätzlich.

«Die Erholung ist ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer die Krim-Krise relativ nüchtern sehen und nicht in Panik verfallen», so der Händler weiter. Laut Marktteilnehmern dürften aber «wohl weitere unruhige Tage» folgen. So zeigte sich Putin vor dem EU-Sondergipfel gegenüber dem Westen zwar gesprächsbereit, schloss aber einen Militäreinsatz in der Ostukraine für die Zukunft nicht aus, falls es dort zu Übergriffen auf russische Bürger komme. Vorerst sank die Nervosität am Markt jedoch wieder. Entsprechend kam die Volatilität im Markt – gemessen am VSMI-Index – nach dem starken Anstieg am Vortag wieder deutlich zurück.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,98% höher auf 8’445,22 Punkten und damit praktisch auf dem Tageshoch. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 1,86% auf 1’295,35 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,92% auf 8’130,28 Zähler. Alle 30 wichtigsten Titel schlossen im Plus.

Die grössten Gewinne verzeichneten ABB (+3,1%). Die Citigroup hat das Rating für die Titel auf «Buy» von «Neutral» und auch das Kursziel erhöht. Seit 2012 habe sich die Aktie unterdurchschnittlich entwickelt, heisst es zur Begründung bei der Bank. Nun verbesserten sich aber die Fundamentaldaten.

Grosse Gewinne erzielten zudem Titel, die am Vortag besonders stark unter die Räder gekommen waren. Dazu zählten Adecco und Actelion (je +2,4%), die am Montag 3,1 bzw. 4,8% eingebüsst hatten. Auch die UBS-Valoren (+2,4%) konnten einen Teil des Vortagesverlusts von fast 4% aufholen. Weitere grössere Gewinner waren SGS, Swiss Life, Geberit, Credit Suisse und Holcim, die um 2 bis 2,3% zulegten.

Zu einer Gegenbewegung kam es auch bei Roche (+2,6%); dies, nachdem das Unternehmen am Vortag eine Studie zu einem Wirkstoff gestoppt hatte, was den Genussschein um fast 5% tauchen liess. An der Generalversammlung am Berichtstag bestätigte CEO Severin Schwan erwartungsgemäss die Prognose für das laufende Rechnungsjahr. Die beiden anderen Index-Schwergewichte Novartis (+2,1%) und Nestlé (+1,4%) zogen ebenfalls an.

Einen Teil der zwischenzeitlich erzielten Gewinne gaben indessen die Valoren von Sika (+1,3%) bis zum Schluss noch ab. Der Bauchemiekonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2013 den Umsatz und vor allem den Gewinn deutlich gesteigert. In Analystenkommentaren wurde die Ertragsentwicklung sehr positiv beurteilt. Eher enttäuscht zeigten sich Analysten allerdings von den nach unten angepassten mittelfristigen Wachstums- und Margenprognosen.

Die geringsten Gewinne verbuchten mit +0,4% bis +0,8% Schindler PS, Transocean, Swiss Re und Lonza. Schindler wurden dabei von einer Herabstufung durch das Aktienresearch von HSBC auf «Neutral» von bisher «Overweight» belastet. Weitere Investitionen und Projektkosten könnten die Margen auf dem aktuell tiefen Niveau halten, hiess es in der Studie.

In der zweiten Reihe stiess der Ausblick des Bauausrüsters AFG (+3,8%) auf Anklang. Die Aktionäre profitieren nach zwei Jahren Unterbrechung von der Ausschüttung einer Dividende. Positiv beurteilt wurden auch die Geschäftsabschlüsse von Feintool (4,0%), GAM (3,6%) oder Intershop (+1,3%). Deutlich höher notierten zudem Leonteq (+9,6%) und Coltene (+5,7%) nach Anschlusskäufen. Auf tieferem Niveau wieder gesucht waren Bellevue Group (+6,0%). Auf der anderen Seite kamen die neusten Zahlen von VZ Holding (-3,6%), Swissquote (-2,3%) und Siegfried (-1,0%) schlecht an. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

 

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