CH-Schluss: Auf breiter Front schwächer – Abwarten

CH-Schluss: Auf breiter Front schwächer – Abwarten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstagnachmittag deutlich schwächer geschlossen. Damit setzte der Markt den seit über drei Wochen andauernden Abwärtstrend fort. Im Rahmen der Konsolidierung büsste der Leitindex SMI seit Mitte November rund 500 Punkte ein, davon etwas mehr als 100 am Berichtstag. Die Unsicherheiten rund um die Geldpolitik in den USA und Europa belasteten die Märkte grundsätzlich weiter, kommentierte ein Händler. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnte anlässlich ihrer jüngsten Lagebeurteilung vor allzu viel Optimismus an den Finanzmärkten. Die positive Risikostimmung der vergangenen Monate sei nicht nur von verbesserten Wachstumsaussichten sondern auch von der expansiven Geldpolitik getragen worden, sagte SNB-Direktor Fritz Zurbrügg dazu.

Bereits am Vortag war die Einigung im Haushaltsstreit in den USA zwischen Demokraten und Republikanern negativ aufgefasst worden. Die Investoren rechnen so eher damit, dass die US-Notenbank Fed nun Spielraum erhält, um die Anleihekäufe eher zurückzufahren. Vor der letzten Fed-Sitzung im laufenden Jahr in der kommenden Woche dürften die Anleger deshalb weiter abwarten, hiess es unter Händlern. Dies zeigte sich nicht zuletzt auch in der Schlussauktion, in der das Kursniveau deutlich nachgab.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,34% tiefer bei 7’849,62 Punkten und damit praktisch auf Tagestief. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor um 1,27% auf 1’198,31 ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,23% auf 7’494,60 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 27 im Minus und drei im Plus.

Die Aktien des Biopharma-Unternehmens Actelion (-3,0% auf 68,60 CHF) waren grösste Verlierer im SMI/SLI. Die Ziele des Pharmaunternehmens hingen weniger von der Zulassung des Nachfolgers des Umsatzträgers Tracleer – Opsumit – ab, sondern vielmehr von der Kostendisziplin des Unternehmens, kommentierte ein Experte von Barclays. Die Actelion-Aktie hat allerdings im bisherigen Jahresverlauf bis am Vorabend um 62% zugelegt. Swatch und Richemont (je -2,3%) verloren nachrichtenlos ebenfalls deutlich. Weitere grössere Verlierer waren Syngenta (-2,2%), und Sonova (-1,9%).

Grössere Verluste erlitten unter den Finanztiteln UBS (-1,9%) und Julius Bär (-1,1%). CS (-0,4% auf 26,15 CHF) hielten sich besser. Helvea hatte das Rating für die CS-Valoren auf «Buy» von «Hold» angehoben und nannte 30 CHF als Kursziel. Der zuständige Analyst sieht eine deutlich gestärkte Finanzbasis über die vergangenen Quartale. Der Aktienkurs sei seit der Veröffentlichung der Q3-Zahlen um 10% zurückgekommen und auf 12-Monatssicht sei eine Rendite von knapp 17% möglich.

Den Leitindex SMI belasten vor allem die Verkäufe in den Aktien der Index-Schwergewichte Nestlé (-1,5%) sowie etwas weniger in Roche (GS -1,3%) und Novartis (-1,0%). Roche hatte in der Nacht auf Donnerstag eine weitere Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit bekannt gegeben. Mit dem US-Unternehmen Prothena soll u.a. an einem Antikörper zur Behandlung der Parkinson-Krankheit geforscht werden.

Unter den wenigen Kursgewinnern stachen Dufry (+1,3%) mit heraus. Der Reisedetailhändler übernimmt nun auch die restlichen 49% an Hellenic Duty Free für insgesamt 328 Mio EUR. Ein Teil des Kaufs wird mit neu ausgegebenen Aktien bezahlt. Zudem hat sich das Unternehmen ein Darlehen über 500 Mio EUR von einem Bankenkonsortium gesichert, mit dem der Baranteil bezahlt und Schulden des griechischen Unternehmens beglichen werden sollen. Bei Analysten wird die Transaktion insgesamt positiv beurteilt.

Ansonsten schlossen einzig noch Lonza (+1,0%) und Swisscom (+0,1%) im Plus. Schindler (-0,2%) hatte per 6. Dezember innerhalb des Aktionärsbindungsvertrages Management-Transaktionen im Volumen von rund 700 Mio CHF gemeldet.

Im breiten Markt fielen unter anderem die Pharmatitel Newron (-5,9%), die Beteiligungsgesellschaft New Venturetec (-4,8%) und das Bekleidungsunternehmen Charles Vögele (-4,7%) durch grössere Abgaben auf. Gegen den Trend waren Mikron (+9,0%), Feintool (+5,9%) und nach einer Kurszielanhebung durch Exane BNP die Computer-Peripherie-Werte Logitech (+3,7%) deutlicher gesucht. (awp/mc/upd/ps)

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