CH-Schluss: Leichtes SMI-Minus – Fusion von Holcim und Lafarge?

CH-Schluss: Leichtes SMI-Minus – Fusion von Holcim und Lafarge?

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag wenig verändert geschlossen. Nach einem schwächeren Start bewegte sich der Leitindex SMI über längere Zeit nur wenig, um am Nachmittag wieder etwas anzuziehen. Für Aufmerksamkeit sorgten zwei Einzeltitel: Während die Papiere von Zurich Insurance ex-Dividende und damit deutlich tiefer gehandelt wurden, legten Holcim am Nachmittag nach Fusionsgerüchten und einer späteren Bestätigung von entsprechenden Gesprächen sprunghaft zu.

Bezüglich der Gesamtentwicklung war am Markt von leichten Gewinnmitnahmen bei einigen Titeln die Rede, während die sonst stark beachteten US-Arbeitsmarktdaten für einmal die Märkte kaum bewegt hätten. Insgesamt hat der Schweizer Aktienmarkt eine weitere Woche mit einem positiven Vorzeichen (+1,5%) erlebt, dies nach einem Plus von 1,0% bzw. 2,2% in den beiden Wochen davor. Seit Mitte März hat der SMI rund 400 Punkte gutgemacht und notiert entsprechend im Bereich des Jahreshochs. Er schloss am Berichtstag erstmals seit dem Donnerstag der Vorwoche im Minus.

Der Swiss Market Index (SMI) büsste am Freitag zum Schluss 0,22% auf exakt 8’503 Punkte ein. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) lag derweil am Ende unverändert bei 1’308,88 Zählern und der breite SPI legte leicht (+0,10%) auf 8’275,67 Punkte zu. Unter den 30 wichtigsten Titeln waren am Schluss 16 im Plus und 14 im Minus. Der Grund für das Minus im SMI bzw. das gleichzeitige Plus im SPI lag im Dividendenabgang der Zurich, welcher im SPI nicht berücksichtigt wird.

Für den meisten Gesprächsstoff sorgten am Freitag die Titel des Baustoff-Herstellers Holcim (+6,9%). Am späteren Nachmittag tauchten plötzlich Gerüchte über eine mögliche Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge auf, was zu einem Kurssprung beider Titel führte. Rund eine Stunde später kam dann überraschend eine Bestätigung von Seiten der Unternehmen. Ein Zusammenschluss könnte angesichts der Komplementarität der beiden Portfolios und der kulturellen Nähe der Firmen Sinn machen bzw. signifikante Vorteile für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre bringen, hiess es. Eine kombinierte „französisch-schweizerische“ Gesellschaft käme auf einen Marktwert von mehr als 50 Mrd USD und würde laut Analysten grössere Kosteneinsparungen ermöglichen.

Die grössten Verluste bei den Blue Chips gingen an die Papiere von Zurich Insurance (-6,6% bzw. 18,20 CHF auf 256,00 CHF). Die Aktien des Versicherers wurden allerdings ex-Dividende von 17 CHF gehandelt, womit das Minus zum grössten Teil erklärt wurde. Etwas Sukkurs erhielt die Aktie phasenweise von einer Ratingerhöhung durch JP Morgan auf „Overweight“ mit Kursziel 330 CHF. Die US-Bank sieht für das Farmers-Geschäft in den USA gutes Wachstumspotential.

Unter den schwächsten Titel waren ausserdem die beiden Luxusgüterwerte Swatch und Richemont sowie Dufry (je -0,5%) zu finden. Schwächer notierten aber auch die beiden Pharmawerte Roche (-0,5%) und Novartis (-0,1%) sowie der grösste SMI-Titel Nestlé (-0,1%). Fundamentale News dazu gab es wenige. Etwas Unruhe gab es anfänglich allerdings bei Novartis wegen einer japanischen Tochter. Der Konzern hat dort aufgrund fragwürdiger Methoden bei Arzneimittelstudien das Top-Management auswechseln müssen. Gegen Handelsschluss legten die Aktien dann allerdings wieder etwas zu. Bei Nestlé hiess es, dass die Westschweizer und Fresenius noch die einzig verbliebenen Bieter für die Sparte medizinische Ernährung von Danone seien.

Die grössten Avancen neben Holcim im SMI/SLI gingen zum Schluss an Sonova (+2,1%). Hier hatte Kepler das Kursziel deutlich auf 150 CHF erhöht, was ein Aufwärtspotenzial von rund 15% ergibt. Ausserdem waren Transocean (+1,7%), Swiss Life (+1,3%) und Julius Bär (+1,0%) – alle ohne fundamentale News – im Spitzenfeld zu finden.

Im breiten Markt profitierten u.a. Calida (+3,0%) am Tag nach der Ergebnispublikation von einer Ratingerhöhung durch die ZKB auf „Übergewichten“. Der Luzerner Wäschekonzern sei selbst nach der Übernahme der Mehrheit an Lafuma grundsolide und dürfte in den nächsten fünf Jahren zweistellig wachsen, hiess es zur Begründung. Grössere Gewinne gab es u.a. auch für Accu (+15%), Cosmo (+3,7%) oder Züblin (+3,1%), während u.a. Cytos (-4,3%), New Venturetec (-4,1%) oder Myriad (-3,5%) zu den schwächsten gehörten. (awp/mc/pg)

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